International
Digital

IT-Ausfall an deutschen Flughäfen – lange Wartezeiten

IT-Ausfall an deutschen Flughäfen – lange Wartezeiten

03.01.2025, 16:1403.01.2025, 20:33
Mehr «International»

Geduldsprobe für viele Passagiere an den deutschen Flughäfen: Ein Technikausfall hat am Freitagnachmittag über mehrere Stunden an den grossen Airports bundesweit die automatischen Grenzkontroll-Systeme lahmgelegt. Die Folge waren teils längere Wartezeiten und Schlangen an den Passkontrollen.

Lage entspannt sich am Abend

Am Abend entspannte sich die Lage nach den stundenlangen IT-Problemen bei den Einreisekontrollen durch die Bundespolizei. Gegen 18.00 Uhr gaben die ersten Flughäfen, darunter der grösste deutsche Flughafen in Frankfurt sowie der Hauptstadtflughafen BER und der Airport Düsseldorf, Entwarnung. Dort liefen die Systeme und Kontrollen wieder ohne Probleme.

«Aus Sicht der Bundespolizei scheinen die Entstörungsmassnahmen beim BKA erste Wirkungen zu zeigen», teilte die Behörde in Potsdam mit. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums und der Bundespolizei gab es technische Störungen an Informationssystemen, «die das Bundeskriminalamt (BKA) für den polizeilichen Informationsverbund» betreibe. Davon betroffen seien auch die Einreisekontrollen durch die Bundespolizei.

Betroffen waren vor allem Einreisen aus Nicht-Schengen-Staaten sowie Ausreisen in solche Länder. Ein Sprecher der Bundespolizei St. Augustin sagte, die Polizei müsse die Passkontrollen händisch durchführen. Die Polizeikräfte seien für die Kontrollen verstärkt worden. Es komme «vermehrt zu Wartezeiten und zum Rückstau». Betroffen seien alle grossen Flughäfen.

Passagiere werden mit Wasser versorgt

In Düsseldorf kam es zu Beeinträchtigungen bei Flügen in und aus dem Nicht-Schengen-Bereich wie Türkei, Ägypten oder Katar. Auch an Check-In-Schaltern bildeten sich lange Warteschlangen. Die Passagiere wurden mit Wasser versorgt. Anders war die Lage bei Flügen aus oder in Schengen-Staaten. Da dort nur stichprobenartig Kontrollen durchgeführt werden, gab es kaum Probleme.

Am grössten deutschen Flughafen in Frankfurt waren die Auswirkungen bis zum Freitagnachmittag gering. «Operativ» gebe es kaum Probleme, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, der Betrieb laufe «regulär». Nur kurzzeitig kam es zu längeren Wartezeiten. Die Störung hatte an den Flughäfen bundesweit gegen 14.00 Uhr begonnen und dauerte bis zum frühen Abend.

Auch der Münchner Flughafen war laut einem Sprecher zumindest zwischenzeitlich von der Störung betroffen. Auswirkungen auf den Flugplan habe es zunächst aber nicht gegeben.

Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden in Baden-Württemberg mussten laut Bundespolizei Offenburg 450 Passagiere im Terminal warten. Zwei Maschinen konnten demnach wegen der Störung nicht abgefertigt werden. Sie sollten nach Marokko und nach Albanien abheben.

Ausfall des Fahndungssystems der Polizei in Hamburg

In Hamburg konkretisierte die Bundespolizei, das Fahndungs- und Auskunftssystem der Polizei sei ausgefallen, so dass es bei den Grenzkontrollen am Flughafen zu Verzögerungen kam. Dort seien Anfragen über ein anderes, langsameres System erfolgt, deshalb dauere die Abfertigung etwas länger. Er betonte jedoch, es herrsche kein Chaos. Ausdrücklich nicht betroffen seien die Sicherheitsschleusen.

Die Zuständigkeit liege beim BKA. Das polizeiliche Informationssystem Inpol ist ein elektronischer Datenverbund zwischen Bund und Ländern. Es gilt als Herzstück des Informationsverbunds der Polizeien von Bund und Ländern. Alle Polizeibehörden können dort Daten einspeichern und abrufen.

Nicht alle Airports betroffen

Probleme haben unter anderem auch die Flughäfen Hannover und Hamburg. Laut Bundespolizei waren die sächsischen Flughäfen in Leipzig und Dresden dagegen nicht betroffen.

Der Auslöser für den IT-Ausfall bei der Bundespolizei war zunächst unklar. Das BKA arbeite mit seinen Partnerbehörden «mit Hochdruck daran, die Störungen zu beheben und die Ursachen zu finden», hiess es sowohl vom Ministerium als auch von der Bundespolizei.

(hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
17 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17
    Aprilscherz an der Schmerzgrenze – Schweizer Botschafter auf WC-Kontrolle
    Der Schweizer Botschafter im Kongo Chasper Sarott hat sich einen 1.-April-Scherz erlaubt, den man auch falsch verstehen kann. Die Reaktionen auf Twitter gehen dementsprechend in beide Richtungen.

    Mit Zug fährt der weisse Geländewagen mit dem Schweizer Fähnli vor. Auftritt Chasper Sarott, Schweizer Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo. Nach einigem Händeschütteln macht er sich an die Arbeit. Sein Programm heute: Prüfen, ob das in der Schweiz «während dreier Wochen» ausgebildete Reinigungspersonal auf der Höhe seiner Aufgabe ist und die Botschaftertoilette ordentlich in Schuss hält. So erzählt es ein Sprecher auf Französisch in dem knapp einminütigen Videoclip, den der Botschafter auf seinem offiziellen Konto auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) am Dienstag veröffentlicht hat.

    Zur Story