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Attila Hildmann: Deutsche Justiz vermutet Maulwurf in eigenen Reihen

29.08.2020, Berlin: Vegan-Koch Attila Hildmann spricht vor der russischen Botschaft in Unter den Linden bei einer Demonstration gegen die Corona-Ma
Attila Hildmann, als er noch in Deutschland war. Bild: DPA

Nach Attila Hildmanns Flucht: Deutsche Justiz vermutet Maulwurf in eigenen Reihen

Attila Hildmann spottete von seinem Fluchtort aus über seinen Haftbefehl – noch bevor dieser offiziell war. Nun vermutet die Deutsche Justiz einen Maulwurf in ihren eigenen Reihen.
18.05.2021, 05:4218.05.2021, 13:14

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat einen Verdacht: Sie glaubt, dass Attila Hildmann, bekannt durch seine wilden Verschwörungstheorien, die er mit seinen über 100'000 Anhängern auf Telegram teilt, Hilfe von innerhalb der deutschen Justiz bekommen hat.

Mittlerweile läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Verrats von Dienstgeheimnissen gegen unbekannt. Recherchen der «Süddeutschen Zeitung» und des WDR haben dies aufgedeckt. Demnach soll Hildmann einen Insider-Tipp erhalten haben, als ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt wurde.

Grund für die Annahme ist folgender: Hildmann postete Ende Februar ein Foto auf Instagram, das ihn vor einer antiken Ruine zeigte. Folgende Bildunterschrift fügte er hinzu: «Fluchtgefahr als Grund für einen Haftbefehl. Und nicht eine einzige Anklage! Bin seit ein paar Wochen im wohlverdienten Urlaub!»

Das Kuriose daran: Der Haftbefehl war noch so frisch, dass nicht einmal die zuständigen Staatsanwälte davon gewusst haben. Dies, weil der Haftbefehl an einem Freitag ausgestellt wurde, die Staatsanwälte zu diesem Zeitpunkt aber bereits im Wochenende waren. Sie erfuhren erst am folgenden Montagmorgen davon.

Nur ein Insider konnte davon wissen

An besagtem Wochenende sprach Hildmann allerdings auf seinem Telegram-Kanal bereits von dem Haftbefehl. Am Sonntag beschwerte er sich sogar, dass die Medien noch nicht darüber berichtet hätten. «Kein einziger Medienbericht zu dem offenen Haftbefehl gegen mich wo sonst 100 Artikel geschrieben werden, wenn ich mal nen Finger krümme!» Wie bereits erwähnt: Der Haftbefehl war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bestätigt.

Die Ermittler sollen deswegen zum Schluss gekommen sein, dass nur die Haftrichterin und ihre Mitarbeitenden informiert hätten sein können. Dazu zählt zum Beispiel die Sekretärin oder der Wachtmeister, der die Akte transportierte.

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Die Beweise: In diesen Villen tauchte Hildmann unter
Erstes Video aus der Türkei: Hildmann postet es am 10. Januar. Er steht vor einer Wand mit einem markanten Muster, die man in der Villa Aspendia 3 in vielen Räumen findet. Bilder der Villa fanden die Netz-Aktivisten auf einer Ferienhaus-Plattform.
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Hildmann war schon viel früher weg

Letztlich spielte es aber keine Rolle, dass Hildmann die Information bereits vorab bekommen hat. Spätestens ab dem 10. Januar hielt er sich nämlich in einer Villa im Ort Kayaköy in der Türkei auf.

Früher als veganer Kochbuchautor bekannt, nennt Hildmann sich selbst «ultrarechts» und einen Verschwörungsprediger. Besonders auf dem Messenger Telegram ist er unterwegs und hat dort eine breite Anhängerschaft. Hildmann war wiederholt bei Protesten gegen die Corona-Schutzmassnahmen aufgetreten. Nach Erkenntnissen der Berliner Staatsanwaltschaft ist Hildmann immer noch in der Türkei. (dfr)

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