Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger tot in Berliner Hotel aufgefunden
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wurde tot in einem Berliner Hotel aufgefunden. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Quellen aus der bayerischen Staatsregierung und der Berliner Polizei. Die Berliner Polizei bestätigte den Tod des Politikers gegenüber der Zeitung.
Parteikolleginnen und -kollegen gehen von einem natürlichen Tod aus, schreibt das Nachrichtenmagazin Focus. Er sei an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt.
Am Mittwoch eröffneten die Freien Wähler, eine politische Partei in Deutschland, ihr Hauptstadtbüro in Berlin. Hubert Aiwanger blieb dem Termin laut «Bild» fern, weil er sich unwohl fühlte. Er sei stattdessen in seinem Hotel «Neuer Fritz» in Berlin-Mitte geblieben, wo inzwischen seine Leiche gefunden wurde. Die Familie ist bereits benachrichtigt. Aiwanger war mit der Kommunalpolitikerin Tanja Schweiger zusammen. Das Paar hatte zwei gemeinsame Söhne.
Die Todesursache ist noch unklar. «Die Staatsanwaltschaft Berlin und die 6. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ziel des Todesermittlungsverfahrens ist es, die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschliessen», sagte ein Polizeisprecher gegenüber «Bild».
Söder: «Absolute Tragödie»
Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder äusserte sich am Mittwochabend zum Tod von Aiwanger. «Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie», schreibt er auf X. «Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie.»
Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie.
— Markus Söder (@Markus_Soeder) November 4, 2026
Auch weitere deutsche Politikerinnen und Politiker äusserten sich. Cem Özdemir von den Grünen schreibt etwa:
FDP-Politiker Wolfgang Kubicki schreibt, er habe «mit grosser Bestürzung» von der Nachricht erfahren. «Mit seiner unkonventionellen und volksnahen Art hat er die politische Landschaft in Bayern geprägt und aufgemischt. Er war ein streitbarer Politiker, dessen Stimme und Persönlichkeit in der deutschen Politik fehlen werden. In diesen schweren Stunden gilt mein aufrichtiges Mitgefühl seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.»
Aiwanger bekannt durch Flugblattaffäre
Aiwanger wurde 1971 im niederbayerischen Ergoldsbach geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. Nach dem Studium der Landwirtschaft schloss er als Diplom-Agraringenieur ab. 2006 übernahm er den Landesvorsitz der Freien Wähler in Bayern, 2010 auch den Bundesvorsitz. 2008 zog er mit seiner Partei erstmals in den Bayerischen Landtag ein und führte bis 2018 deren Fraktion. Danach wurde er in der Koalition mit der CSU unter Markus Söder stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister.
Deutschlandweit bekannt wurde der Niederbayer durch die Flugblattaffäre 2023: Damals wurde bekannt, dass in seiner Schulzeit ein antisemitisches Flugblatt in seiner Schultasche gefunden worden war. Aiwanger bestritt, es verfasst zu haben. Söder hielt an ihm fest, und die Freien Wähler legten bei der Landtagswahl kurz darauf sogar zu.
Erst bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr hatten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung noch grosse Siege gefeiert und der CSU viele Landrats-Posten abgejagt. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb Aiwanger aber ein grosses politisches Ziel verwehrt: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.
Aiwanger wurde 55 Jahre alt. (val)
