International
Drogen

43 Studierende verschwunden: Armee in Mexiko muss Unterlagen freigeben

43 Studierende verschwunden: Armee in Mexiko muss geheime Unterlagen freigeben

Im Fall der seit 2014 vermissten 43 Studenten eines Lehrerseminars in Mexiko hat ein Gericht gegenüber dem Verteidigungsministerium die Herausgabe fehlender Geheimdienstinformationen angeordnet.
05.03.2026, 03:4305.03.2026, 03:43

Die Armee muss laut dem Beschluss 853 Seiten von Unterlagen bereitstellen, deren Existenz sie bislang geleugnet hat, wie das Menschenrechtszentrum Prodh mitteilte.

In der Nacht zum 27. September 2014 hatten korrupte Polizisten die Studenten des linken Lehrerseminars Ayotzinapa in der südlichen Stadt Iguala verschleppt und dem Drogenkartell Guerreros Unidos übergeben. Auch Soldaten sollen verwickelt gewesen sein. Der Fall wurde bisher nicht vollständig aufgeklärt, obwohl zahlreiche Verdächtige festgenommen wurden. Die Hintergründe bleiben unklar. Nur Knochenteile von drei der jungen Männer wurden bislang gefunden. Eine Wahrheitskommission stufte die Tat 2022 als Staatsverbrechen ein und erklärte die Studenten für tot.

epa09978909 Hundreds of people protest the disappearance of 43 Ayotzinapa students in Mexico City, Mexico, 26 May 2022. The Attorney General's Office (FGR) of Mexico reported that it extradited t ...
Eine Gedenk- und Protestdemonstration für die 2014 verschwundenen Studierenden.Bild: keystone

Menschenrechtler hoffen auf relevante Informationen

Laut dem Centro Prodh, das die Angehörigen der Studenten rechtlich vertritt, dürfte der Inhalt der nun freizugebenden Dokumente zur Aufklärung des Falles relevant sein. «Der Beschluss stellt klar, dass Lücken in den Dokumenten nicht bedeuten, dass sie nicht existieren, sondern darauf hinweisen, dass die Informationen beim Militär vorliegen und herausgegeben werden müssen», hiess es in einer Mitteilung der Organisation.

Unklar ist, wie das Militär nach dem Urteil vorgehen wird, da es bisher das Vorhandensein der Unterlagen bestritten hat. Präsidentin Claudia Sheinbaum äusserte sich zunächst nicht dazu. «Mir war dieser Beschluss bislang nicht bekannt. Wir werden ihn prüfen und informieren», sagte sie. Sheinbaum plant, sich vor Ende des Monats mit den Angehörigen der Studenten erneut zu treffen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Abnehmspritzenhersteller versäumt Meldepflicht – und kriegt es mit Indien zu tun
Der dänische Hersteller der Abnehmspritzen, Novo Nordisk, sieht sich mit Kritik und Konkurrenz konfrontiert. Nach dem Auslaufen der Patente bereiten sich andere Länder auf den Eintritt günstiger Generika vor – mit möglichen Auswirkungen auch auf die Schweiz.
Medikamente wie Ozempic und Wegovy gehören zu den meistdiskutierten weltweit. Ursprünglich als Behandlung gegen Diabetes entwickelt, gelten die Präparate heute als wirksames Mittel zur Gewichtsreduktion. Nun rücken neue Themen in den Fokus:
Zur Story