International
Drohnen

Ukraine: Trotz Abkommen verzögert Trump Drohnen-Deal mit Selenskyj

Ukrainische Soldaten steuern eine Drohne (Archivbild): Ein russischer Soldat berichtet über die Taktik der Luftangriffe.
Eine ukrainische Drohne (Archivbild): Die US-Regierung verschleppt einen Deal.Bild: IMAGO/Dmytro Smolienko

Trump verschleppt Drohnen-Deal – Warnung vor Folgen für US-Krieg am Golf

Das Abkommen ist längst beschlossen. Doch immer wieder verzögert Trumps Regierung ein Drohnen-Geschäft mit Kiew. Nun kommen Vorwürfe auf.
08.06.2026, 17:4308.06.2026, 17:43
Ein Artikel von
t-online

Die Sache schien längst besiegelt. Schon im vergangenen September vereinbarten US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj einen Drohnen-Deal. Die USA wollten vom technologischen Vorsprung der Ukraine bei der neuen Waffenart profitieren. Doch seither stockt der Deal. Zuletzt monierte Selenskyj auf der Plattform X: «Wir haben immer noch keinen Drohnen-Deal».

Nun schlagen Sicherheitsexperten Alarm. «Die USA bringen ihre eigenen Truppen in Gefahr, indem sie bei der Drohnenentwicklung nicht so eng wie möglich mit den Ukrainern zusammenarbeiten», schrieb Phillips O’Brien, Professor für Strategische Studien an der Universität St. Andrews in Schottland.

Die Ukraine ist bei Luftabwehrraketen abhängig von US-Unterstützung. Doch in der Drohnen-Technik gilt das Land weltweit als führend. So arbeiten deutsche Unternehmen mit ukrainischen Start-ups in der Drohnenentwicklung zusammen. Erst zu Jahresbeginn hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius gemeinsam mit Selenskyj eine Fabrik des Herstellers Quantum Frontline in Bayern besucht. Nato-Länder wie Polen und Schweden lassen ihre Truppen durch ukrainische Experten in der neuen Kriegsführung schulen.

Auch die USA wollten von dem technologischen Vorsprung der ukrainischen Armee profitieren. Am Rande der UN-Vollversammlung in New York im vergangenen Herbst hatten Trump und Selenskyj ein Drohnengeschäft vereinbart.

President Donald Trump speaks to reporters aboard Air Force One en route from Joint Base Andrews, Md., to Eau Claire, Wis., Friday, June 5, 2026. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Trump
US-Präsident Donald Trump wird von Sicherheitsexperten kritisiert. (Archivbild)Bild: keystone

Ausser weiteren Bekräftigungen ist seither aber wenig passiert. Die Hintergründe sind unklar. «Lethargie», erklärte ein Insider der US-Nachrichtenplattform «The Hill».

Michael E. O’Hanlon von der Forschungsstätte Brookings Institution in Washington sagte dem Nachrichtenportal: «Vielleicht verzögert ein verfahrenstechnischer Aspekt den Prozess – oder aber politische Erwägungen und Vorgaben des Weissen Hauses sind dafür verantwortlich, da Präsident Trump in seinem Engagement für die Ukraine weiterhin unberechenbar bleibt.»

Rätselraten über Rücksichtnahme auf Putin

Dabei beginnt der Zugang der USA zu neuen Drohnen-Entwicklungen angesichts des Kriegs am Golf für die Sicherheit der eigenen Truppen in der Region an Bedeutung. Erst in der Vorwoche hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, die Ukraine würde US-Soldaten in der Drohnenabwehr schulen.

Umso mehr zeigen sich Sicherheitsfachleute ratlos über Trumps Motive. Rebeccah Heinrichs vom Hudson Institute in Washington sagte der Plattform «The Hill»: «Ich weiss nicht, ob es ein Hindernis gibt – ob die Beteiligten unterschiedliche Ansichten darüber haben, wie der Prozess aussehen oder was zuerst geschehen sollte –, aber für die USA liegt eindeutig ein grosser Vorteil in einer Zusammenarbeit mit der Ukraine im Bereich Drohnen.»

Der amerikanisch-britische Sicherheitsexperte Phillips O’Brien mutmasst, hinter der Verzögerung stecke eine Rücksichtnahme auf den russischen Staatschef Wladimir Putin. O'Brien warnte auf X: «Um sich Putin anzunähern, zeigt Trump einmal mehr, wie wenig ihm das Schicksal US-amerikanischer Soldaten am Herzen liegt.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
4 Jahre Ukraine-Krieg in 52 Bildern
1 / 54
4 Jahre Ukraine-Krieg in 52 Bildern

Von ihrem Nachbarn überfallen, kämpft die Ukraine ums Überleben. In dieser Bildstrecke schauen wir auf die Ereignisse seit der Invasion Russlands zurück ...

quelle: keystone / bo amstrup
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ukraine greift St.Petersburg erneut mit Drohnen an
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
2
USA wollen iranische Gelder für Wiederaufbau am Golf nutzen
Die USA wollen Berichten zufolge iranische Vermögenswerte an die vom Iran angegriffenen Golfstaaten umleiten. Das US-Finanzministerium erwäge, mit den Geldern seine Verbündeten in der Region nach iranischen Angriffen zu unterstützen, berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld des Finanzministers Scott Bessent.
Zur Story