Trump verschleppt Drohnen-Deal – Warnung vor Folgen für US-Krieg am Golf
Die Sache schien längst besiegelt. Schon im vergangenen September vereinbarten US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj einen Drohnen-Deal. Die USA wollten vom technologischen Vorsprung der Ukraine bei der neuen Waffenart profitieren. Doch seither stockt der Deal. Zuletzt monierte Selenskyj auf der Plattform X: «Wir haben immer noch keinen Drohnen-Deal».
Nun schlagen Sicherheitsexperten Alarm. «Die USA bringen ihre eigenen Truppen in Gefahr, indem sie bei der Drohnenentwicklung nicht so eng wie möglich mit den Ukrainern zusammenarbeiten», schrieb Phillips O’Brien, Professor für Strategische Studien an der Universität St. Andrews in Schottland.
Die Ukraine ist bei Luftabwehrraketen abhängig von US-Unterstützung. Doch in der Drohnen-Technik gilt das Land weltweit als führend. So arbeiten deutsche Unternehmen mit ukrainischen Start-ups in der Drohnenentwicklung zusammen. Erst zu Jahresbeginn hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius gemeinsam mit Selenskyj eine Fabrik des Herstellers Quantum Frontline in Bayern besucht. Nato-Länder wie Polen und Schweden lassen ihre Truppen durch ukrainische Experten in der neuen Kriegsführung schulen.
Auch die USA wollten von dem technologischen Vorsprung der ukrainischen Armee profitieren. Am Rande der UN-Vollversammlung in New York im vergangenen Herbst hatten Trump und Selenskyj ein Drohnengeschäft vereinbart.
Ausser weiteren Bekräftigungen ist seither aber wenig passiert. Die Hintergründe sind unklar. «Lethargie», erklärte ein Insider der US-Nachrichtenplattform «The Hill».
Michael E. O’Hanlon von der Forschungsstätte Brookings Institution in Washington sagte dem Nachrichtenportal: «Vielleicht verzögert ein verfahrenstechnischer Aspekt den Prozess – oder aber politische Erwägungen und Vorgaben des Weissen Hauses sind dafür verantwortlich, da Präsident Trump in seinem Engagement für die Ukraine weiterhin unberechenbar bleibt.»
Rätselraten über Rücksichtnahme auf Putin
Dabei beginnt der Zugang der USA zu neuen Drohnen-Entwicklungen angesichts des Kriegs am Golf für die Sicherheit der eigenen Truppen in der Region an Bedeutung. Erst in der Vorwoche hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, die Ukraine würde US-Soldaten in der Drohnenabwehr schulen.
Umso mehr zeigen sich Sicherheitsfachleute ratlos über Trumps Motive. Rebeccah Heinrichs vom Hudson Institute in Washington sagte der Plattform «The Hill»: «Ich weiss nicht, ob es ein Hindernis gibt – ob die Beteiligten unterschiedliche Ansichten darüber haben, wie der Prozess aussehen oder was zuerst geschehen sollte –, aber für die USA liegt eindeutig ein grosser Vorteil in einer Zusammenarbeit mit der Ukraine im Bereich Drohnen.»
Der amerikanisch-britische Sicherheitsexperte Phillips O’Brien mutmasst, hinter der Verzögerung stecke eine Rücksichtnahme auf den russischen Staatschef Wladimir Putin. O'Brien warnte auf X: «Um sich Putin anzunähern, zeigt Trump einmal mehr, wie wenig ihm das Schicksal US-amerikanischer Soldaten am Herzen liegt.»

