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Umfrage: Ukrainer setzen auf EU, aber Europa will sie nicht

Umfrage: Ukrainer setzen auf EU, aber Europa will sie nicht

Die Ukraine knüpft ihre Hoffnung auf Frieden an einen raschen EU-Beitritt – in den EU-Staaten sinkt dagegen die Unterstützung für eine schnelle Aufnahme.
13.10.2026, 12:0813.10.2026, 12:08

Einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung zufolge wollen 83 Prozent der Ukrainer und Ukrainerinnen einen EU-Beitritt in den kommenden Jahren, aber nur noch 47 Prozent der EU-Bürger. Eine Mehrheit von 53 Prozent spricht sich dagegen aus.

epaselect epa12320059 A Ukrainian flag hanging from the Rudolfinum concert hall and a EU flag wave during a rally celebrating Ukraine's Independence Day in Prague, Czech Republic, 24 August 2025. ...
Die Ukrainerinnen und Ukrainer setzen auf die EU.Bild: keystone

Deutschland leistet militärisch und finanziell die stärkste Unterstützung für das von Russland angegriffene Land. Doch unter den zehn grössten EU-Staaten ist die deutsche Bevölkerung mit 41 Prozent Zustimmung zu einem schnellen Beitritt der Ukraine besonders skeptisch. Nur in Rumänien liegt der Wert niedriger, bei 40 Prozent. Die höchste Zustimmung zu einer raschen Aufnahme der Ukraine erreicht bei den grossen EU-Ländern Schweden mit 69 Prozent.

Zu Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 befürworteten noch 60 Prozent in Deutschland einen raschen EU-Beitritt der Ukraine. Die Stiftung hat ihre Umfrage regelmässig wiederholt; die Werte sind in den Ländern wie im EU-Durchschnitt seit damals gesunken.

Befund: Politik muss EU-Ziele besser kommunizieren

Zugleich bleibt eine Aufnahme der Ukraine erklärtes Ziel der EU und gilt als ein Eckstein einer künftigen europäischen Sicherheitsordnung. Um diesen Widerspruch zu überbrücken, sei ein vertiefter Dialog zwischen Politik und Bevölkerung notwendig, folgerte die Bertelsmann-Stiftung. Das strategische Ziel der Integration der Ukraine müsse überzeugender kommuniziert werden.

Die Stiftung mit ihrem Meinungsforschungsinstrument Eupenios hatte im Juni repräsentativ 16'795 Menschen in allen EU-Staaten befragen lassen. (hkl/sda/dpa)

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