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Erdogan fordert «gerechte Aufteilung der Last» von Merkel

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan speaks to his ruling party's lawmakers, in Istanbul, Saturday, Feb. 29, 2020. Erdogan said Saturday that his country's borders with Europe were o ...
Bild: AP

Erdogan fordert «gerechte Aufteilung der Last» von Merkel

03.03.2020, 04:1003.03.2020, 04:10

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einem Telefonat mit deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel eine faire «Lastenteilung» in der Flüchtlingskrise gefordert.

Wie die türkische Präsidentschaft am Montagabend mitteilte, forderte Erdogan eine «gerechte Aufteilung der Last und der Verantwortung gegenüber Migranten» zwischen der EU und der Türkei.

Erdogan hatte am Samstag angekündigt, Flüchtlinge mit dem Ziel EU die türkischen Grenzen passieren zu lassen. Er begründete sein Vorgehen damit, dass die EU sich nicht an den im März 2016 geschlossenen Flüchtlingspakt halte.

Seither versuchten tausende Flüchtlinge, über die türkisch-griechische Grenze in die EU zu gelangen. Griechische Grenzschützer hielten am Wochenende etwa 10'000 Menschen vom Grenzübertritt ab.

Die Sicherheitskräfte setzten mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein, um Menschen zurückzudrängen. Erdogan warf griechischen Sicherheitskräften vor, zwei Migranten getötet und einen verletzt zu haben.

Migrants run to avoid tear gas thrown by Greek police during clashes near the Pazarkule border gate in Edirne, at the Turkish-Greek border on Monday, March 2, 2020. Thousands of migrants and refugees  ...
Griechische Sicherheitskräfte setzten unter anderem Tränengas gegen die Migranten ein.Bild: AP

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien rund 3.6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Am Montag drohte Erdogan, die Grenzen blieben weiter offen. Es sei nun an der EU, ihren «Teil der Last» in der Flüchtlingskrise zu tragen.

In der Vereinbarung mit der EU hatte die Türkei eigentlich zugesagt, gegen illegale Migration vorzugehen. Im Gegenzug nimmt die EU regulär Syrer aus der Türkei auf. Ankara erhält zudem finanzielle Unterstützung für die Versorgung der Flüchtlinge im Land.

Eine Milliarde Euro abgelehnt

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten Boiko Borissow sagte Erdogan, die Türkei habe ein Angebot der EU über Finanzhilfen über eine Milliarde Euro zum Stemmen der Flüchtlingskrise in dem Land abgelehnt.

Merkel hatte die türkische Grenzöffnung am Montag in Berlin «inakzeptabel» genannt. Es sei zwar verständlich, dass die Regierung in Ankara mehr Unterstützung von der EU erwarte, sagte die Kanzlerin. Es sei aber «völlig inakzeptabel», dass dies «auf dem Rücken der Flüchtlinge» ausgetragen werde. (sda/afp/dpa)

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Griechenland – alleine mit 25'000 umherirrenden Flüchtlingen
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quelle: x00025 / yannis behrakis
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