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Streit um Rechtsstaat: Ungarn blockiert Milliardenhilfe für Ukraine

Streit um Rechtsstaat: Ungarn blockiert Milliardenhilfe für Ukraine

06.12.2022, 18:04

Wegen des Streits um das mögliche Einfrieren von EU-Milliarden für Ungarn blockiert das Land umfangreiche Finanzhilfen für die vom Krieg gebeutelte Ukraine. «Es ist bedauerlich, dass wir heute keine Entscheidung getroffen haben über die unverzichtbare finanzielle Hilfe für die Ukraine», sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) nach einem Treffen mit seinen EU-Kollegen am Dienstag in Brüssel. «Das verantwortet Ungarn.»

epa10325099 Hungarian Prime Minister Viktor Orban during a press conference after the Visegrad Group (V4) summit in Kosice, Slovakia, 24 November 2022. EPA/Leszek Szymanski POLAND OUT
Ungarn blockiert Hilfe für Ukraine, da die EU-KommisionBild: keystone

Die EU-Kommission hatte vergangene Woche empfohlen, Corona-Hilfen und andere Fördermittel für Ungarn erst dann freizugeben, wenn die rechtsnationale Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban Versprechen zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit komplett umsetzt. Insgesamt geht es um etwa 13,3 Milliarden Euro.

Vor diesem Hintergrund hat Ungarn die Entscheidung über die Ukraine-Hilfen, die einstimmig getroffen werden muss, blockiert. Auch die internationale Mindeststeuer, auf die sich die EU-Staaten zusammen mit rund 130 anderen Ländern eigentlich schon geeinigt hatten, wurde wegen des ungarischen Widerstands von der Tagesordnung genommen. «Die Annahme des Pakets hängt nun von der Entwicklung der Massnahmen ab, die Ungarn zum Schutz des EU-Budgets unternimmt», sagte der tschechische Finanzminister Zbynek Stanjura, der die Gespräche leitete. Zur Not soll nach einer Lösung gesucht werden, um der Ukraine auch ohne Ungarn das Geld bereitzustellen.

Es gibt jedoch einen Weg, der die verfahrene Situation auflösen könnte: Die EU-Kommission soll Ungarns Massnahmen gegen Korruption nun ein zweites Mal bewerten, bevor die EU-Staaten ihre Entscheidung über das Einfrieren der Milliarden treffen. Schon Ende der Woche soll der Bericht vorliegen. Stanjura hofft, dass ein Kompromiss über die verschiedenen Massnahmen in «ein paar Tagen» gefunden werden kann. Dann könnten die Finanzminister alle Massnahmen spätestens bis Ende des Jahres beschliessen.

Lindner erklärte, dass es in der ungarischen Politik noch Entwicklungen gegeben habe, nachdem die Kommission ihren ersten Bericht vorgelegt habe. Dieser umfasste nur Massnahmen bis zum 19. November. Lindner warnte jedoch auch: «Es darf nicht so lange geprüft werden, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird.»

Die EU-Kommission wirft Ungarn seit Jahren vor, EU-Standards und Grundwerte zu untergraben. Bei den Vorschlägen der Kommission geht es um rund 7,5 Milliarden Euro aus dem Gemeinschaftshaushalt, die eingefroren werden sollen. Zudem sollen Corona-Hilfen über 5,8 Milliarden Euro nur dann ausgezahlt werden, wenn Budapest bestimmte Meilensteine im Bereich Rechtsstaatlichkeit erreicht hat. Beiden Empfehlungen müssen die EU-Staaten zustimmen.

Die Kommission befand zuletzt, dass Ungarn zwar eine Reihe von Reformen durchgeführt habe, aber zentrale Aspekte nicht angemessen umgesetzt worden seien. Es seien noch wesentliche Schritte erforderlich, um verbleibende Risiken für den EU-Haushalt in Ungarn zu beseitigen. Konkret wird etwa befürchtet, dass wegen Korruption EU-Mittel nicht zu vorgesehenen Zwecken eingesetzt werden. (saw/sda/dpa)

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85 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Weltbürger
06.12.2022 19:18registriert März 2019
Da zeigt einer sein wahres gesicht. Ganz nebenbei zeigt er, was er unter politik für die menschen versteht. Ich könnte gar nicht soviel essen wie ich brechen könnte.
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Mijasma
06.12.2022 19:05registriert Oktober 2018
Eine Frage, vielleicht weiss jemand die Antwort?

Kann die EU ein Land auch wieder ausschliessen (raus schmeissen). Oder können die Länder nur von sich aus wieder austreten?
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stormcloud
06.12.2022 21:53registriert Juni 2021
Orban ist ein widerlicher Mensch. Für seinen verdammten Opportunismus müssen wieder viele Menschen sterben.
Ich wünsche ihm Alpträume!
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