International
EU

Iran bringt EU als Vermittler im Atomstreit mit USA ins Spiel

Iran bringt EU als Vermittler im Atomstreit mit USA ins Spiel

02.02.2021, 03:4302.02.2021, 03:43
epa08859344 An Iranian woman walks past next to an anti-US mural iin a street in Tehran, Iran, 03 December 2020. Iranian president Rouhani said that his government does not agree with the parliament&# ...
Dschawad Sarif.Bild: keystone

Irans Aussenminister Dschawad Sarif hat im Streit mit den USA um das Atomprogramm seines Landes eine Vermittlerrolle der Europäischen Union ins Spiel gebracht. Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell könnte nötige Handlungen für eine Rückkehr beider Seiten zum Atomabkommen koordinieren, sagte Sarif in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN.

Auf die Frage, ob für eine Rückkehr zum Atomabkommen zunächst der Iran oder die USA Bedingungen erfüllen müssten, entgegnete Sarif, die nötigen Schritte könnten gleichzeitig oder koordiniert erfolgen. Dafür könne sich Borrell einsetzen, der von Amts wegen Koordinator eines gemeinsamen Gremiums des Atomabkommens sei, sagte Sarif. Er stellte in Aussicht, dass der Iran seine zuletzt stark vergrösserte Menge an hochangereichertem Uran «in weniger als einem Tag» abgeben könnte, falls die USA die unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump verhängten Sanktionen zurücknähmen und zum internationalen Atomabkommen zurückkehrten.

Die Regierung des neuen US-Präsidenten Joe Biden hat Bereitschaft signalisiert, zu dem von Trump 2018 aufgekündigten Atomabkommen mit dem Iran zurückzukehren. US-Aussenminister Blinken hatte gesagt, die USA würden zu der Vereinbarung zurückkehren, falls Teheran sich wieder an alle Bedingungen des Abkommens halten würde. Irans Präsident Hassan Ruhani wiederum forderte die USA auf, den ersten Schritt zur Beilegung des Streits zu machen, weil Washington das Abkommen verlassen habe. Sollten sich die USA weigern, will der Iran die Inspektionen der UN-Atombehörde IAEA im Land einschränken.

Die von Trump verhängten Sanktionen haben den eigentlich ölreichen Iran in die schlimmste Wirtschaftskrise seiner Geschichte gestürzt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
On drohte der Schweiz mit Staatsklage wegen Kreuz – die Sonntagsnews
Eine neue Entlassungsrunde beim Staatssekretariat für Migration und der Druck von On auf die Schweizer Behörden: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Der Bund will nach Angaben der «SonntagsZeitung» die Pflicht von drei Stunden Schulsport ersatzlos aus dem Gesetz streichen. Das entnahm die Zeitung einem Zwischenbericht des zuständigen Finanzdepartements von Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Der Bund habe zwar die Hoheit über den Sportunterricht, die Kantone würden ihn aber vollständig finanzieren. Deshalb sollen sie künftig über die Anzahl Turnstunden entscheiden, heisst es laut der Zeitung im Projekt «Entflechtung 27». Sollte das Obligatorium wegfallen, müsste manche klamme Gemeinde gemäss der «SonntagsZeitung» keine Turnhalle mehr bauen. Alle Kinder müssten das gleiche Anrecht auf Bewegung bekommen, wehrte sich der Verband für Sport und Schule. Auch das Bundesamt für Sport sei gegen die Abschaffung, schrieb die Zeitung unter Verweis auf gut unterrichtete Quellen.
Zur Story