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Chinas EU-Botschafter über Nähe zu Russland: «Nichts als Rhetorik»

Chinas EU-Botschafter über «unbegrenzte Freundschaft» mit Russland: «Nichts als Rhetorik»

Fu Cong ist Chinas Botschafter bei der EU. Nun macht er mit interessanten Aussagen zur Beziehung seines Landes zu Russland, zum Krieg in der Ukraine und zur Beziehung zu Europa auf sich aufmerksam.
06.04.2023, 14:2606.04.2023, 15:47
«‹No limit› ist nichts als Rhetorik.»

Das sagte Fu Cong der New York Times in einem Interview über die Beziehung zwischen seinem Land und Russland. Von einer «unbegrenzten Freundschaft» hatten die Staatsführer Xi Jinping und Wladimir Putin in der Vergangenheit gesprochen, auch beim jüngsten Besuch Xis in Moskau im März signalisierten die beiden Männer demonstrativ Nähe.

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Xi Jinping und Wladimir Putin signalisierten bei einem Treffen im März demonstrativ Freundschaft.Bild: keystone

Laut Fu Cong ist die Beziehung demnach aber gar nicht so eng. Er sagte im Interview sinngemäss weiter, dass viele Leute die öffentlich zur Schau gestellte Nähe zwischen den beiden Staaten missinterpretierten. Insbesondere auch in Bezug auf den Krieg in der Ukraine.

China sei nicht auf der Seite Russlands, man habe weder Waffen an Russland geliefert – und habe dies auch nicht vor – noch habe man Russlands Verhalten gutgeheissen und die Annexionen ukrainischer Gebiete anerkannt.

Dass Peking die Invasion Russlands im Nachbarland nicht verurteilt habe, sei, weil man Russlands Befürchtungen gegenüber der NATO und deren Ausweitung verstehe. Zudem glaube seine Regierung, dass «die eigentlichen Ursachen komplizierter sind», als dies von westlichen Führern dargestellt werde.

Dass Xi Jinping bisher nicht mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kontakt trat, sei darauf zurückzuführen, dass Xi derzeit sehr beschäftigt sei. Es gebe aber häufig Kontakte mit der Ukraine «auf niedrigerer Ebene». Und er betont erneut:

«Dass Präsident Xi nicht mit Selenskyj spricht, bedeutet nicht, dass China im Konflikt auf russischer Seite steht.»
China to vote against Japan-led nuke abolition motion China s Ambassador for Disarmament Affairs Fu Cong gives an interview at the U.N. headquarters in New York on Oct. 25, 2016. Fu indicated China pl ...
Chinas Botschafter für Europa: Fu Cong.Bild: imago stock&people

Fu erklärte auch, dass China offen gegenüber einer intensiveren politischen Zusammenarbeit mit Europa ist. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Europa eine einheitliche Politik gegenüber China formuliere. Das sei bisher nicht geschehen.

Weiter fordert der EU-Botschafter, dass Europa eine eigene Politik entwickeln und verfolgen solle, die nicht deckungsgleich mit jener der USA sei. Europa müsse eine «strategische Autonomie» entwickeln und nicht blind «der Führung Washingtons folgen». Die EU behaupte, ein unabhängiges Machtzentrum in der Welt zu sein – so wie es auch China und die USA seien. «Warum also muss Europa die ganze Zeit auf die Vereinigten Staaten hören?», so Fu.

Die Aussagen Fus sind im Kontext eines Staatsbesuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu betrachten, die am Donnerstag Chinas Regierung treffen. (con)

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