Gibt es bald 20 statt nur 14 8000er-Gipfel im Bergsteigen?
In der Welt des Bergsteigens werden 14 Gipfel offiziell und international als eigenständige 8000er-Berge anerkannt. Die nepalesische Regierung und die Nepal Mountaineering Association (NMA) wollen diese Zahl mit der Anerkennung von sechs weiteren Gipfeln im Himalaya-Gebirge nun auf 20 erhöhen. Dies schreibt unter anderem die «Kathmandu Post».
Der Kultur- und Tourismusminister Nepals, Khadak Raj Paudel, wendete sich mit einem entsprechenden Vorschlag am Donnerstagabend an den Internationalen Bergsteigverband, kurz UIAA. Dieser hält bislang jedoch an der traditionellen Einteilung fest, die Debatte ist auch nicht neu. Nepal bemühte sich bereits früher um eine Neubewertung der 8000er-Gipfel.
In Nepal gibt es momentan acht international anerkannte 8000er, unter anderem den Mount Everest, Lhotse oder Annapurna I. Zusätzlich möchte Nepal folgende sechs Gipfel anerkennen lassen:
- Yalung Kang (Kangchendzönga-Westgipfel), 8505 m, Kangchendzönga
- Kangchendzönga-Südgipfel, 8476 m, Kangchendzönga
- Kangchendzönga-Mittelgipfel, 8473 m, Kangchendzönga
- Lhotse-Mittelgipfel, 8410 m, Lhotse
- Lhotse Shar, 8400 m, Lhotse
- Yalung Kang West, 8077 m, Kangchendzönga
Wann ist eine Erhebung ein Berg?
Was als offizieller 8000er-Gipfel gelten soll, beschäftigt Geografen und Alpinisten schon länger. Eines der wichtigsten Kriterien ist dabei die sogenannte Schartenhöhe. Diese beschreibt den Höhenunterschied zwischen einem Gipfel und der Höhe der Scharte, über die er mit einem anderen Berg verbunden ist. Nur: Einen offiziellen Grenzwert, der eine Anerkennung definieren würde, gibt es nicht.
Die UIAA hat neben topografischen Kriterien auch schon weitere wie die Gestalt des Berges und seine alpinistische Vergangenheit berücksichtigt.
Auch wirtschaftliche Interessen spielen eine Rolle
Für Nepal hätte eine Aufstockung auch wirtschaftliche Vorteile. Mehr offiziell anerkannte 8000er-Gipfel würden auch den Tourismus in der Region ankurbeln.
Tourismusminister Paudel verwies denn auch beim Unterbreiten des Vorschlags am Donnerstagabend auf die Chancen für den Bergtourismus sowie die Forschung und lokale Wirtschaft.
Nepal selbst vergibt schon länger separate Genehmigungen für die sechs oben genannten Gipfel. Das Besteigen eines solchen wird auch dokumentiert. International anerkannt wird es allerdings nicht. (ome)
