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Frankreich stoppt Öltanker im Atlantik – Russland droht

Russischer Tanker Frankreich
Der französischen Verteidigungsministerin Catherine Vautrin zufolge ist das am Sonntag angehaltene Schiff Teil der russischen Schattenflotte.Bild: X/Macron

Frankreich stoppt aus Russland kommenden Öltanker im Atlantik – Kreml droht

Frankreichs Marine hat einen aus Russland kommenden Öltanker im Atlantik angehalten und überprüft.
01.06.2026, 12:4201.06.2026, 12:42

«Es ist inakzeptabel, dass Schiffe internationale Sanktionen umgehen, das Seevölkerrecht verletzen und den Krieg, den Russland seit mehr als vier Jahren gegen die Ukraine führt, finanzieren», schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dazu auf X. Der französischen Verteidigungsministerin Catherine Vautrin zufolge ist das am Sonntag angehaltene Schiff Teil der russischen Schattenflotte.

Russland kritisierte die Aktion der Franzosen. «Wir halten solche Handlungen für nicht rechtmässig, sie grenzen an internationale Piraterie», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Der Einsatz an der «Tagor» erfolgte Macron zufolge in der Hochsee des Atlantiks. Frankreich sei mit der Unterstützung mehrerer Partner vorgegangen, darunter Grossbritannien. Frankreich hat in den vergangenen Monaten mehrfach Schiffe angehalten, die es verdächtigt, zur russischen Schattenflotte zu gehören.

Russland droht mit dem Einsatz von Kriegsschiffen

Russland droht westlichen Staaten mit dem Einsatz von Kriegsschiffen, um seine Handelsflotte zu beschützen. Der für Schifffahrt zuständige Kreml-Beauftragte Nikolai Patruschew kritisierte bereits im Februar die «piratenähnlichen Angriffe» westlicher Staaten auf den Seehandel. Russland müsse weiter sein Öl, sein Getreide, seinen Dünger verschiffen können, um die Wirtschaft am Laufen zu halten, sagte er.

Die EU hat im Zuge des Moskauer Angriffskrieges gegen die Ukraine auch Schiffe der russischen Schattenflotte mit Sanktionen belegt. So soll etwa Russlands Ölverkauf unterbunden werden, der für die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine wichtig ist. Auch für andere Bereiche der russischen Schifffahrt gelten Sanktionen.

Dazu sagte Patruschew: «Wenn wir ihnen keinen entschiedenen Widerstand leisten, werden die Engländer, Franzosen und sogar die Balten bald so dreist sein, dass sie versuchen werden, unserem Land den Zugang zu den Meeren, zumindest im Atlantikbecken, vollständig zu versperren.» Er warnte vor den Seeblockaden. Seine Schlussfolgerung: «Wir benötigen mehr Schiffe für die Fernfahrt auf See und im Ozean, die lange Zeit autonom in erheblicher Entfernung von ihren Stützpunkten operieren können.» (sda/dpa)

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