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Regierung spricht von Putschversuch nach Überfällen in Sierra Leone

Regierung spricht von Putschversuch nach Überfällen in Sierra Leone

28.11.2023, 21:17
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Die Regierung im westafrikanischen Sierra Leone hat den Gewaltausbruch in der Hauptstadt Freetown am Wochenende als versuchten Staatsstreich bezeichnet. Die Männer, die am Sonntag die Hauptkaserne und Gefängnisse in der Hauptstadt Freetown angegriffen hatten, hätten nach vorläufigen Ermittlungen beabsichtigt, die Regierung zu stürzen, sagten hochrangige Sicherheitsbeamte am Dienstag. Nach Angaben des Informationsministeriums wurden 13 Militärangehörige und ein Zivilist festgenommen. «Wir untersuchen einen gescheiterten Putschversuch», sagte der Generalinspekteur der Polizei, Fayia Sellu, auf einer Pressekonferenz. Weitere Ermittlungen sollten demnach das Ausmass der Verschwörung und weitere Beteiligte feststellen.

Am Sonntagmorgen war es in dem Waffenlager in der Nähe der Residenz von Präsident Julius Maada Bio zu Schusswechseln gekommen. Unbekannte griffen auch mehrere Haftanstalten an, einschliesslich eines Hochsicherheitsgefängnisses, wobei Hunderte Häftlinge entkamen. Mindestens 16 Sicherheitskräfte wurden nach Regierungsangaben getötet. Bio hatte den rund 8.8 Millionen Einwohnern des Küstenstaats noch am Sonntag versichert, die Ruhe sei wiederhergestellt und seine Regierung «entschlossen, die Demokratie in Sierra Leone zu schützen».

In Westafrika sorgt eine wachsende Anzahl von Staatsstreichen in den vergangenen Jahren für Beunruhigung. In diesem Jahr putschte das Militär im weiter nördlich in der Sahelzone gelegenen Niger ebenso wie im zentralafrikanischen Küstenstaat Gabun. Auch das an Sierra Leone angrenzende Guinea und dessen Nachbarn Mali und Burkina Faso werden von Militärjuntas regiert, die eine mittelfristige Rückkehr zur Demokratie versprechen, bislang aber nicht umgesetzt haben.

In Sierra Leone hatte die Polizei bereits im Juli ranghohe Offiziere wegen der Vorbereitung eines Aufstands festgenommen. Kurz zuvor war Bio trotz einer schweren Wirtschaftskrise wiedergewählt worden. (sda/dpa)

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