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Gesellschaft & Politik

Proteste gegen Vucic: Tausende auf den Strassen in Belgrad

People attend a protest against a government crackdown on universities in Belgrade, Serbia, Tuesday, Jan. 27, 2026. (AP Photo/Darko Vojinovic)
Serbia Protest
Eine der neuen «Bürgerversammlungen» in Belgrad am Dienstagabend.Bild: keystone

Serbiens Studierende arbeiten auf Vucic-Absetzung hin – erneut Tausende auf den Strassen

In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben Tausende Menschen gegen die Versäumnisse der Regierung im Schul- und Universitätsbereich demonstriert.
28.01.2026, 04:3028.01.2026, 04:30

Die Demonstrierenden hörten Reden von Universitäts- und Schulleitern, die die Vernachlässigung des Bildungswesens und die Repression von Kritikern unter dem serbischen Präsident Aleksandar Vucic anprangerten, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa beobachtete. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die serbische Studentenbewegung unter dem Motto «Wissen ist Macht».

Die Kundgebung war Teil der breiten Protestbewegung, die der Einsturz des Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad im November 2024 ausgelöst hatte. Das Unglück mit 16 Toten kreiden die Studierenden, die die Proteste anführen, der Schlamperei und Korruption der Vucic-Regierung an. Diese reagierte auf die Universitätsbesetzungen, Strassenblockaden und Grossdemonstrationen auch mit Gewalt, willkürlichen Verhaftungen und Entlassung von sympathisierenden Lehrern.

«Noch nie zuvor war eine Regierung so gewalttätig und bösartig gegenüber der akademischen Welt, nur weil sie nicht mehr länger schweigen wollte», sagte der Rektor der Universität Belgrad, Vladan Djokic, in seiner Ansprache am Dienstagabend. Vladimir Ristic, ein entlassener Direktor einer Grundschule in Pancevo bei Belgrad, betonte: «Bildung soll den Menschen dazu befähigen, zu denken, sich ein Urteil zu bilden und an der Gesellschaft teilzuhaben, nicht zu schweigen.» Er stehe heute hier «als ein Mann, der sich weigert, eure Zukunft zu verraten», fügte er hinzu.

Versammlungen mit Inhalten statt Protesten

Die Studentinnen und Studenten hatten gut ein Jahr lang praktisch alle Universitäten in Serbien besetzt. Im November beendeten sie die Blockaden des Uni-Betriebs. Derweil konzentrieren sie ihre Kräfte auf den politischen Kampf, um vorgezogene Neuwahlen zu erzwingen. Umfragen zufolge könnte das Vucic-Lager solche verlieren. Ihre Strassendemonstrationen wollen die Studierenden nunmehr nicht mehr als Proteste verstanden wissen, sondern als Bürgerversammlungen, bei denen sie Sachthemen – wie die Bildung – ansprechen wollen. (sda/dpa)

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