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Venezuela: Verschwundener Oppositionspolitiker in Hausarrest

Venezuela: Verschwundener Oppositionspolitiker in Hausarrest

10.02.2026, 17:3810.02.2026, 17:38

Der prominente venezolanische Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa steht nach einer mutmasslichen Verschleppung wenige Stunden nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis inzwischen unter Hausarrest. «Ich bestätige, dass mein Vater Juan Pablo Guanipa bei mir zu Hause ist», teilte sein Sohn Ramón Guanipa über die Plattform X mit und zeigte sich erleichtert darüber, dass die Familie wieder zusammen sein könne.

Opposition leader Juan Pablo Guanipa greets political activist Jesus Armas after their release from prison in Caracas, Venezuela, Sunday, Feb. 8, 2026. (AP Photo/Cristian Hernandez)
Venezuela Prisoner ...
Juan Pablo Guanipa nach seiner Freilassung.Bild: keystone

Sein Vater sei allerdings weiterhin zu Unrecht in Haft. «Hausarrest bleibt Gefängnis, und wir fordern seine vollständige Freiheit sowie die aller politischen Gefangenen», sagte er.

Guanipas Partei bestätigte den Hausarrest. «Wir danken dem nationalen und internationalen Druck, der es möglich gemacht hat, dass Juan Pablo sich wieder mit seinen Kindern und seiner Familie vereinen konnte», teilte die Partei «Primero Justicia» mit. «Unser Kampf dauert an, bis alle absolute und bedingungslose Freiheit geniessen.»

Familie von Guanipa: Kurz nach Freilassung entführt

Guanipa war nach Angaben seiner Familie und Partei wenige Stunden nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis von schwer bewaffneten Männern in Zivil abgeführt worden. Sein Aufenthaltsort war daraufhin über einen Tag lang unbekannt gewesen. Angehörige und Opposition hatten von einer Entführung gesprochen und einen Lebensnachweis gefordert. Die venezolanische Staatsanwaltschaft bezeichnete den Vorfall hingegen als erneute Festsetzung und begründete diese mit einem angeblichen Verstoss gegen Auflagen. Guanipas Sohn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Guanipa, der Vorsitzende der Partei «Primero Justicia», war im Mai 2025 festgenommen worden. Die Regierung des damals noch amtierenden autoritären Staatschefs Nicolás Maduro warf ihm vor, Terroranschläge zur Störung von Wahlen geplant zu haben. Unterstützer und Menschenrechtsorganisationen wiesen die Vorwürfe zurück.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal gibt es in Venezuela rund 800 politische Häftlinge. Die geschäftsführende Regierung von Präsidentin Delcy Rodríguez hatte nach der Festnahme Maduros Anfang Januar die Freilassung zahlreicher Gefangener angekündigt. (hkl/sda/dpa)

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