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TV-Auftritt abgesagt: Joe Bidens Anklägerin macht sich rar

In this April 4, 2019, photo Tara Reade poses for a photo during an interview with The Associated Press in Nevada City, Calif. (AP Photo/Donald Thompson)
Tara Reade
Tara Reade beschuldigt Joe Biden des sexuellen Missbrauchs.Bild: AP

TV-Auftritt abgesagt: Joe Bidens Anklägerin macht sich rar

Tara Reade beschuldigt den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden der sexuellen Nötigung. Einen geplanten TV-Auftritt liess sie nun aber platzen.
03.05.2020, 21:0104.05.2020, 10:15
Renzo Ruf, Washington / ch media

Vorderhand will Tara Reade ihre Vorwürfe gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden nicht vor laufender Kamera wiederholen. Die 56-jährige Kalifornierin verzichtete am Wochenende in letzter Minute auf ein Interview mit Chris Wallace, der für die Gesprächssendung «Fox News Sunday» verantwortlich ist. Für die Absage machte Reade Todesdrohungen verantwortlich.

Reade wirft Biden vor, sie im Frühjahr 1993 in einem Bürogebäude des Parlaments in Washington sexuell genötigt zu haben. Biden war damals Senator in Delaware, Reade eine seiner Mitarbeiterinnen. In der Folge beschwerte sich die Assistentin zuerst bei ihren Vorgesetzten, und dann beim Personalbüro des Senats.

«Ich weiss, dass ich zu grosse Angst hatte»
Tara Readeap

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP präzisierte Reade übers Wochenende, dass sie den konkreten Vorfall in ihrer Eingabe nicht erwähnt habe. «Ich weiss, dass ich zu grosse Angst hatte, über die sexuelle Nötigung zu schreiben.» Stattdessen habe sie das Personalbüro davon in Kenntnis gesetzt, dass sie im Kontakt mit Biden Missbehagen verspürt habe. In einem Gespräch mit einer kalifornischen Lokalzeitung im Frühjahr 2019 erwähnte Reade, der Senator habe sie «mehrmals» unziemlich berührt. Den Vorwurf, Biden habe sie mit seinen Fingern penetriert, erhob Reade erstmals öffentlich Ende März 2020, in einem Gespräch mit der linken Aktivistin Katie Halper.

FILE - In this March 12, 2020 file photo, Democratic presidential candidate former Vice President Joe Biden speaks about the coronavirus in Wilmington, Del. Biden overwhelmingly won a Democratic presi ...
US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden.Bild: AP

Biden weist Vorwürfe entschieden zurück

Biden dementierte die Vorwürfe Reades am Freitag in einem Fernsehinterview entschieden. Er sagte, der beschriebene Vorfall habe sich nie ereignet und die Anschuldigungen entsprächen nicht der Wahrheit. Der designierte Herausforderer von Präsident Donald Trump rief zudem die Senatsbehörde dazu auf, eine Suche nach der Beschwerde Reades durchzuführen.

Gleichzeitig weigerte Biden sich aber, Aussenstehenden Zugang zu seinen Privatakten, die sich seit 2012 im Besitz der University of Delaware befinden, zu ermöglichen. Er wolle nicht, sagte Biden sinngemäss, dass Positionsbezüge aus den Siebziger- oder Achtzigerjahren im aktuellen Wahlkampf gegen ihn verwendet würden. (rr) (bzbasel.ch)

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