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16-Jährige in Indien vergewaltigt – und bei lebendigem Leib verbrannt

FILE - In this Monday, April 16, 2018 file photo, a woman holds a candle and placard seeking an end to sexual violence against women, which has been on the rise in the country, during a protest in Ban ...
Gewalt gegen Frauen in Indien: Eine Frau in Bangalore hält eine Mahnwache. Bild: AP/AP

16-Jährige in Indien vergewaltigt – und bei lebendigem Leib verbrannt

06.05.2018, 11:3206.05.2018, 12:01

Ein neuer Vergewaltigungsfall sorgt in Indien für Entsetzen: Eine 16-Jährige wurde im Osten des Landes missbraucht und später bei lebendigem Leib verbrannt. 14 Verdächtige wurden am Samstag festgenommen, der zunächst flüchtige Hauptbeschuldigte wurde nach Polizeiangaben am Sonntag gefasst.

Die Täter hatten die Jugendliche nach Polizeiangaben am Donnerstag aus ihrem Haus im Bundesstaat Jharkhand entführt, während ihre Familie gerade eine Hochzeit besuchte. Sie vergewaltigten die junge Frau in einem Waldgebiet.

Die Familie des Opfers meldete die Tat anschliessend dem Dorfrat. Dieser verurteilte zwei Beschuldigte am Freitag zu hundert Rumpfbeugen und einer Geldbusse von umgerechnet gut 740 Franken.

Aus Wut über die Strafe habe der Hauptverdächtige am Freitag dann zusammen mit Komplizen das Haus der Jugendlichen angezündet, sagte ein Polizeibeamter der Nachrichtenagentur AFP. Die 16-Jährige verbrannte bei lebendigem Leib. Anschliessend flohen die Täter.

Auch Dorfvorsteher in Gewahrsam

14 Männer wurden laut Polizei am Samstag festgenommen. Der Hauptverdächtige wurde am Sonntag bei Verwandten aufgespürt, wie der Polizeivertreter sagte. Seinen Angaben zufolge wurde auch der Dorfvorsteher in Gewahrsam genommen, da er eine Strafe verkündet hat, die zu dem Mord geführt hat.

Die Familie des Opfers wurde unter Polizeischutz gestellt. Der Regierungschef von Jharkhand, Raghubar Das, verurteilte die «barbarische» Tat und forderte harte Strafen für die Täter.

Lokale Ältestenräte verhandeln in Indien häufig Streitfälle, um das langwierige und teure Rechtssystem zu umgehen. Obwohl sie keine formelle juristische Funktion haben, üben sie in ländlichen Gebieten grossen Einfluss aus.

Reihe von sexuellen Gewalttaten

Der Mord ist der jüngste Vorfall in einer Reihen von sexuellen Gewalttaten in Indien. Zuvor hatten Berichte über die Vergewaltigung und Ermordung einer Achtjährigen im nordindischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir sowie weitere Fälle von sexuellen Übergriffen auf junge Mädchen für Empörung gesorgt.

Die indische Regierung hat kürzlich strengere Strafen für sexuelle Gewalt gegen Kinder beschlossen. Demnach können Menschen, die wegen Vergewaltigung von Mädchen unter zwölf Jahren verurteilt werden, die Todesstrafe erhalten. Im Jahr 2016 wurden in Indien etwa 40'000 Vergewaltigungsfälle gemeldet. (sda/afp/dpa)

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