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Vergeltungstat in Indien

Familie von missbrauchtem Mädchen rächt sich mit Vergewaltigung



epa04165335 An Indian women with her baby begs for money during a Bharatiya Janata Party (BJP) bike rally campaign for the upcoming Lok Sabha elections in Bangalore, India, 13 April 2014. Parliamentary elections in India will be held in nine phases between 07 April and 12 May 2014, the country's Election Commission said with a total of 814.6 million people eligible to vote - around 100 million more than in the elections in 2009. Elections for India's 545-member lower house of parliament, or Lok Sabha, are held every five years.

Eine Frau bei einer Demonstration gegen die Bhartiya Janta Partei (BJP) am 15. April in Neu Delhi: Deren Frontmann hatte sich herablassend über Sonia Gandhis Tochter Priyanka geäussert. Bild: EPA

Die Mutter eines vergewaltigten Mädchens in Indien soll mit einer weiteren Vergewaltigung Rache genommen haben. Die Frau habe ihren Ehemann dazu angestiftet, zusammen mit drei weiteren Männern die Ehefrau des Peinigers ihrer Tochter zu missbrauchen.

Die Mutter der Jugendlichen aus Barabanki im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh habe es ungerecht gefunden, dass der Täter nur eine Gefängnisstrafe erhalten habe, sagte ein Polizist der Zeitung Asian Age am Dienstag. Die Vergeltungstat sollte dem Paar die gleichen traumatischen Erfahrungen bringen wie ihr selbst.

Weibliche Anhänger von Gandhis Kongresspartei alias Indischer Nationalkongress bei oben genannter Anti-BJP-Kundgebung am 15. April in Neu Delhi. Bild: EPA

Anhänger der BJP am selben Tag in Udhampur. Bild: AP

«Jungs sind Jungs, sie machen Fehler»

Die von den vier Männern vergewaltigte Frau wurde laut dem Bericht am Sonntag am Strassenrand gefunden. Sie sei schwer verletzt und liege im Spital. Bei der Parlamentswahl, die sich über fünf Wochen erstreckt, spielen Sexualverbrechen und die Stellung der Frau in Indien nur eine geringe Rolle – trotz der Protestwelle, die vor einem Jahr durchs Land rollte. Und wenn Vergewaltigungen doch diskutiert werden, dann meist nur, weil Politiker sich zu kontroversen Aussagen hinreissen lassen.

Bild: EPA

«Jungs sind Jungs, sie machen Fehler», sagte etwa Mulayam Singh Yadav. Deswegen sollten sie doch nicht gleich an den Galgen geschickt werden, führte der Chef der Samajwadi-Partei in der vergangenen Woche bei einer Wahlkampfveranstaltung weiter aus. Und sein Parteikollege Abu Azmi, Parteichef im Bundesstaat Maharahtra, erklärte dem Sender NDTV, jeglicher Sex ausserhalb der Ehe sollte mit dem Tod bestraft werden – ob freiwillig oder erzwungen. 

Samajwadi Party President Mulayam Singh Yadav addresses a public rally “Desh Banao, Desh Bachao”, or “Make the Country, Save the Country”, in Allahabad, India, Sunday, March 2, 2014. India’s biggest state, Uttar Pradesh, has 80 Loksabha, or lower parliamentary house, seats in the general elections later this year. Portrait of party leader Mulayam Singh Yadav is seen in the background. (AP Photo/Rajesh Kumar Singh)

Für Mulayam Singh Yadav sind Vergewaltigungen offenbar ein Kavaliersdelikt. Bild: AP

Todesstrafe für Wiederholungstäter

Seit einem Jahr droht Vergewaltigern in Indien die Todesstrafe, wenn sie Wiederholungstäter sind oder das Opfer so stark verletzt wird, dass es stirbt oder im Koma liegt. Dieses neue Gesetz war Anfang April erstmals angewendet worden. Ein Gericht in Mumbai verurteilte drei Männer zu Tode, weil sie eine Foto-Journalistin und eine Angestellte einer Telefonvermittlung im Abstand weniger Wochen am gleichen Ort sexuell missbraucht hatten. 

Die schärferen Gesetze für Sexualtäter waren nach der Gruppenvergewaltigung in einem Bus in Neu Delhi verabschiedet worden. Diese besonders brutale Tat hatte zu zahlreichen Protesten gegen Frauengewalt geführt und eine Debatte über die Sicherheit und Freiheit der Frauen in Indien losgetreten. Die Täter waren wegen Mordes zum Tod verurteilt worden. 

(phi/sda/dpa)

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