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Proteste im Irak und Iran nach Koranverbrennung in Schweden

Proteste im Irak und Iran nach Koranverbrennung in Schweden

30.06.2023, 22:2630.06.2023, 22:26

Nach der Verbrennung eines Korans in Schweden haben im Irak Tausende Menschen sowie im Iran religiöse Studenten demonstriert. In Bagdad und anderen Teilen des Iraks versammelten sich am Freitag den zweiten Tag in Folge Tausende, wie Augenzeugen berichteten. Sie zogen nach dem Freitagsgebet durch die Strassen und forderten, den Mann zur Verantwortung zu ziehen, der ein Exemplar der heiligen Schrift des Islams vor der Stockholmer Moschee angezündet hatte.

Die Demonstranten folgten einem Aufruf des einflussreichen schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr. Er rief zu einer «wütenden, grossen Demonstration» vor der schwedischen Botschaft in Bagdad auf, um die Ausweisung des schwedischen Botschafters zu fordern. Daraufhin versammelten sich Tausende Protestierende nahe der diplomatischen Vertretung, vorwiegend Sadristen. Am Donnerstag hatten Demonstranten Berichten zufolge das Tor zur Botschaft durchbrochen.

epa10719876 An Iraqi demonstrator steps over a rainbow flag, symbol of the international LGBT community, as others carry copies of the Koran during a protest near the Swedish embassy in Baghdad, Iraq, ...
Proteste in Iraks Hauptstadt Bagdad.Bild: keystone

Im Iran versammelten sich Studierende islamischer Seminare vor der diplomatischen Vertretung in Teheran, wie das Staatsfernsehen berichtete. Auf Plakaten waren Protestslogans wie «Nieder mit den Feinden des Korans» zu sehen. Am Donnerstag hatte Irans Aussenministerium den schwedischen Geschäftsträger einbestellt.

Bei einer Demonstration in Stockholm war am Mittwoch ein Koran angezündet worden. Ein Mann steckte ein Exemplar der heiligen Schrift des Islams vor einer Stockholmer Moschee an. Die Polizei hatte das zuvor bewilligt, nachdem andere Aktionen dieser Art im Februar untersagt worden waren. Mutwillige Koranschändungen gelten im Islam als blasphemisch. In vielen islamischen Ländern drohen Strafen.

Al-Sadr bezeichnete die Koranverbrennung als «schweres Hassverbrechen» und Angriff gegen «Gerechtigkeit und Frieden». Die Regierung in Bagdad forderte, den Mann – ein Iraker – auszuliefern, damit er vor Gericht gestellt werden könne.

Im Irak zündeten Demonstranten bei einem Protest im Süden sowie in Bagdad auch die Regenbogenflagge an. Diese steht symbolisch für die Gemeinschaft aus Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und queeren Menschen (LGBTQ). In Bagdad riefen einige bei der Aktion «Ja zum Koran» und «Nein zur Homosexualität». (sda/dpa)

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