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Islam

Trump wirft Ilhan Omar vor, die Terroranschläge von 9/11 zu verharmlosen

Warum sich Trump mit der muslimischen Abgeordneten Omar zofft – in 5 Punkten

15.04.2019, 04:5111.09.2019, 11:23

Worum geht es?

Ende März 2019 hielt die demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar eine Rede bei einer Veranstaltung der Bürgerrechtsorganisation «Council on American-Islamic Relations» (CAIR). Darin thematisierte sie die Situation der Muslime in den USA seit den Terroranschlägen im Jahr 2001.

FILE - In this Jan. 16, 2019 file photo, Rep. Ilhan Omar, D-Minn., walks through the halls of the Capitol Building in Washington. In Omar's Minnesota district, both Jews and Muslims voiced concer ...
Ilhan Omar.Bild: AP/AP

Sie sagte: «Wir haben viel zu lange mit dem Unbehagen gelebt, Bürger zweiter Klasse zu sein.» Jeder Muslim im Land solle das leid sein, so Omar weiter. Und: «CAIR wurde nach dem 11. September gegründet, da sie erkannt haben, dass einige Leute etwas getan haben und dass wir alle begannen, den Zugang zu unseren Bürgerrechten zu verlieren.»

Warum ärgerte sich Trump über die Rede

Omars Rede löste bei Präsident Donald Trump einen Sturm der Empörung aus. Er warf ihr vor, sie verharmlose darin die Terroranschläge vom 11. September.

Auf Twitter postete er ein Video, in dem Bilder von den Anschlägen auf das World Trade Center zu sehen sind und einen kurzen Ausschnitt der Rede von Ilhan, in dem sie sagt: «Einige Leute haben etwas getan.»

Unter dem Video schrieb Trump: «Wir werden niemals vergessen» in Grossbuchstaben.

Was löste Trumps Tweet aus?

Der Tweet von Trump löste in den USA eine Kontroverse aus. Ihm wird vorgeworfen, den Satz der Abgeordneten aus dem Zusammenhang gerissen zu haben. Die US-Demokraten sagen gar, er gefährde die muslimische Abgeordnete durch die Verbreitung dieses Videos.

«Seine hasserfüllte und hetzerische Rhetorik führt zu einer wahren Gefahr.»
Nancy Pelosi.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, rief Trump am Sonntag auf, das «respektlose und gefährliche Video» zu löschen. «Seine hasserfüllte und hetzerische Rhetorik führt zu einer wahren Gefahr», erklärte Pelosi über den Präsidenten. Sie habe die Kongresspolizei angeordnet, eine Sicherheitsüberprüfung vorzunehmen, um Omar, ihre Familie und ihre Mitarbeiter zu schützen.

Weitere prominente Demokraten eilten Omar zur Hilfe und warfen Trump und weiteren Republikanern vor, den Satz aus dem Kontext gerissen zu haben und die muslimische Abgeordnete zu gefährden.

Wie reagierte Trump auf die Kritik?

Präsidentensprecherin Sarah Sanders wies die Kritik am Sonntag zurück. Trump wünsche «sicherlich keine Gewalt gegen irgendjemanden», sagte sie im Sender ABC. Zugleich bezeichnete sie Omars Äusserungen als «absolut skandalös». Trump habe richtig gehandelt, die demokratische Abgeordneten dafür zu kritisieren – auch die Demokraten sollten es tun.

Und was sagt Omar?

Omar selbst erklärte am Wochenende: «Niemand – egal, wie korrupt, ungeeignet (für ein Amt) oder boshaft er ist – kann meine unerschütterliche Liebe zu Amerika gefährden».

Die Abgeordnete hatte bereits im Februar für Wirbel gesorgt, als sie die israelfreundliche Haltung in den USA auf Spenden einer pro-israelischen Lobbygruppe zurückführte. Später entschuldigte sie sich für diese Äusserung, die auch bei den Demokraten auf Kritik stiess.

(sar/sda/afp)

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