International
Israel

Israel verschärft vor ESC Reisewarnung für Malmö

«Brennpunkt antiisraelischer Proteste» – Israel verschärft vor ESC Reisewarnung für Malmö

02.05.2024, 16:07
Mehr «International»
epa11302596 A police officer stands outside Malmo Arena, in Malmo, Sweden, 26 April 2024. Police and bomb dogs were on site at the Malmo Arena and at several of the hotels in the city as part of the o ...
Die schwedischen Behörden hat die Sicherheit für Malmö verstärkt.Bild: keystone

Vor dem Eurovision Song Contests (ESC) in Malmö hat Israels Nationaler Sicherheitsrat (NSC) eine Reisewarnung für die schwedische Stadt verschärft. Das Risiko werde von 2 (potenzielle Bedrohung) auf 3 (mittlere Bedrohung) heraufgestuft, teilte der Rat am Donnerstag auf seiner Webseite mit.

Israelis, die einen Besuch in Malmö planen, werde nahegelegt, dies noch einmal zu überdenken. Die Warnung gelte für die Zeit des ESC-Wettbewerbs vom 7. bis 11. Mai.

In der Mitteilung hiess es zur Begründung, Malmö habe eine «hohe Konzentration syrischer, libanesischer, irakischer und iranischer Migranten» und sei als Brennpunkt antiisraelischer Proteste bekannt. Diese passierten wöchentlich und involvierten häufig Aufrufe zur Gewalt gegen Juden und Israelis sowie das Verbrennen israelischer Flaggen, hiess es weiter. Nach dem Massaker der Hamas und anderer extremistischer Organisationen im israelischen Grenzgebiet am 7. Oktober vergangenen Jahres sei es in Malmö zu offenen Freudenbekundungen gekommen. Zudem gebe es Aufrufe radikaler Islamisten zu Anschlägen auf westliche Ziele, einschliesslich spezieller Drohungen gegen Israelis und Juden weltweit, mit Blick auf Ziele mit hohem Medieninteresse.

Der Sicherheitsrat verwies auch auf die Festnahme zweier mutmasslicher Islamisten im März bei Gera in Deutschland, die einen Anschlag mit Schusswaffen neben dem schwedischen Parlament geplant haben sollen. Diese Entwicklungen nähre «die konkrete Sorge, dass Terroristen die Proteste und die antiisraelische Atmosphäre ausnutzen könnten, um einen Anschlag auf Israelis zu verüben», die zum ESC kommen. Die schwedischen Behörden hätten zwar die Sicherheit für Malmö verstärkt, es gebe aber – anders als für die israelische ESC-Delegation – für israelische Besucher keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Regulären israelischen Besuchern werde deshalb geraten, eine App der israelischen Heimatfront herunterladen, über die sie im Fall eines Sicherheitsvorfalls in Malmö während des ESC schnell über Entwicklungen informiert werden könnten.

Der ESC-Beitrag aus Israel hatte für einigen Wirbel gesorgt. Der Veranstalter des Wettbewerbs, die europäische Rundfunkunion (EBU), hielt den eingereichten Text für zu politisch. Sie sah darin Hinweise auf die von palästinensischen Terroristen am 7. Oktober in Israel verübten Massaker. Das Lied der israelischen Sängerin Eden Golan wurde daraufhin überarbeitet und zugelassen. Unter anderem schwedische Künstler hatten wegen des Gaza-Krieges einen Ausschluss Israels vom ESC gefordert.

Bei dem Massaker hatten Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen rund 1200 Menschen ermordet und weitere 250 in den Gazastreifen verschleppt. Bei der israelischen Gegenoffensive sollen laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bislang rund 34 600 Palästinenser getötet worden sein. Der Gaza-Krieg hat weltweit starke Proteste ausgelöst. (sda/dpa/lyn)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Bestimmt diese Debatte unsere Zukunft?
Beim bevorstehenden TV-Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump steht sehr viel auf dem Spiel.

Für einmal ist das weder Clickbaiting noch journalistische Übertreibung: Wenn sich am kommenden Donnerstag Joe Biden und Donald Trump am TV duellieren, dann könnte dies mittelfristig den Lauf der Geschichte beeinflussen. In der «Financial Times» spricht daher US-Korrespondent Edward Luce von der «Mutter aller Präsidentschafts-Debatten», und im «Wall Street Journal» erklärt Kevin Madden, ein ehemaliger Stratege der Grand Old Party (GOP): «Die politische Welt wird anhalten, stillsitzen und ihre Aufmerksamkeit auf diese Debatte konzentrieren.»

Zur Story