International
Italien

Frau bekommt in Italien falschen Embryo eingesetzt

Nach 8 Minuten merkten sie es: Ärzte setzen Frau in Italien falschen Embryo ein

Aus Versehen ist einer Frau in Italien bei einer künstlichen Befruchtung der falsche Embryo eingesetzt worden.
08.08.2026, 11:3209.08.2026, 22:19

Zu dem Fehler kam es im vergangenen Monat in einem Krankenhaus in Mailand, wo zwei Paare darauf warteten, dass den beiden Frauen nach der Befruchtung im Labor eine befruchtete Eizelle übertragen wird. Nach einem Bericht der Tageszeitung «La Repubblica» (Samstag) wurde dann jedoch der Frau, die als erste an der Reihe war, versehentlich ein Embryo des zweiten Paares eingesetzt. Offenbar waren die Namen der beiden Frauen verwechselt worden.

In der Klinik – dem renommierten San-Raffaele-Krankenhaus der norditalienischen Grossstadt – sind auf Anweisung der Gesundheitsbehörden alle solchen Eingriffe nun vorübergehend gestoppt. Sie sollen erst nach einer gründlichen Überprüfung, wie es zu dem Irrtum kommen konnte, wieder aufgenommen werden.

Bericht: Fehler fiel schon nach acht Minuten auf

Der Fehler geschah am Vormittag des 23. Juli: Zwei Paare, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen konnten, hatten nacheinander Termine in der Klinik. Nach einem ersten Untersuchungsbericht, aus dem «La Repubblica» zitiert, wurde kurz nach 11 Uhr der ersten Frau wie geplant ein Embryo implantiert – allerdings nicht ihr eigener, sondern der Embryo des anderen Paares. Dem Bericht zufolge fiel der Fehler bereits nach acht Minuten auf, weil eine der beiden beteiligten Biologinnen nochmals den Namen kontrollierte.

Zusammen mit dem Paar sei dann beschlossen worden, den versehentlich implantierten Embryo abzusaugen, heisst es darin weiter. Der eigene Embryo des Paares, der ja nicht verwendet worden war, wurde wieder konserviert. Im Durchschnitt nistet sich ein Embryo nach einer solchen Transplantation in etwa 30 bis 40 Prozent der Fälle tatsächlich in der Gebärmutter ein. In Italien versuchen jedes Jahr mehr als 80'000 Paare, durch künstliche Befruchtung ein Kind zu bekommen.

Anderes Paar bekam zweiten eigenen Embryo

Dem anderen Paar, von dem der eingesetzte Embryo stammte, wurde noch am selben Tag ein zweiter Embryo übertragen, der auch tatsächlich von diesen beiden stammte. Die Ärzte berichteten ihnen von dem Fehler zunächst nichts. Begründet wurde dies damit, dass man «emotionalen und psychischen Stress in den Tagen, in denen die Einnistung des Embryos stattfinden könnte», vermeiden wollte. Inzwischen wurde auch dieses Paar informiert. (sda/dpa)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bernhard K.
08.08.2026 12:23registriert September 2016
Renommierte Klinik San Raffaele Spital: Dort arbeitet doch jetzt der Herz-Spezialist Maisano, der im Unispital Zürich einen schnellen Abgang hatte...
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Pafeld
08.08.2026 18:35registriert August 2014
Und genau aus diesem Grund sollte auch medizinisches Personal nicht mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Auch wenn es bedeutet, dass man Geld in die Finger nehmen muss, um das Ärzte- und Pflegepersonal auszubilden, das wir tatsächlich brauchen.
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WatsonLeser:in
08.08.2026 12:34registriert Dezember 2025
Persönlich habe ich ethische Bedenken bei IVF, bin froh nicht selbst auf IVF angewiesen zu sein (freiwillig ohne genetisch verwandte Kinder). Dennoch finde ich, dass diese Situation hier emotional aufwühlend sein kann, aber ethisch nicht schwierig ist, wenn jemand IVF befürwortet (alle Beteiligten). Das gewählte Bild eines Embryos hier ist etwas irreführend. Der eingesetzte Embryo hier ist lebendig, aber noch ein undifferenziertes Zellhäuflein und es gibt im ganzen Prozess auf mehreren Stufen leider hohe „Ausschussraten“ also nicht der einzige E., der nicht über die Petrischale hinauskommt.
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