International
Klima

«Präsident Trump glaubt, dass sich das Klima ändert»

«Präsident Trump glaubt, dass sich das Klima ändert»

Nach den Worten seiner UNO-Botschafterin, glaubt Donald Trump, dass sich ein Klimawandel vollzieht. Derweil gingen in den USA Tausende auf die Strasse, um gegen den Austritt aus dem Klimaabkommen zu protestieren.
03.06.2017, 21:3004.06.2017, 08:24

Zwei Tage nach dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen sind in den USA tausende Menschen auf die Strasse gegangen. In New York beteiligten sich am Samstag rund 3000 Menschen an einem «Marsch für die Wahrheit».

Die Demonstranten skandierten Parolen wie «Lügner!» und «Sperrt ihn ein!». Auch rund um das Washington Monument in der US-Hauptstadt Washington forderten rund 2000 Demonstranten eine unabhängige Untersuchung zu den Vorwürfen einer möglichen Zusammenarbeit zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland im Vorfeld der Präsidentschaftswahl.

Craig Schwanke, from Asburn, Va., pauses as a woman takes his picture, during a rally to protest President Donald Trump and his policies, on the National Mall, Saturday, June 3, 2017, in Washington. ( ...
Bild: Alex Brandon/AP/KEYSTONE

Die Proteste richteten sich gleichzeitig gegen die Klimapolitik des US-Präsidenten. Demonstrationen waren auch in weiteren Städten in den USA geplant.

Der von Trump Anfang Mai überraschend entlassene Chef der US-Bundespolizei FBI, James Comey, sagt am kommenden Donnerstag öffentlich vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aus.

Der Senat ermittelt zu der Frage, ob es illegale Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung gegeben hat. Zu diesem Thema ermittelt auch das FBI. Trump selbst hatte die Russland-Ermittlungen als Begründung für Comeys Rauswurf genannt.

Es gab aber auch Kundgebungen für den US-Präsidenten. Die America First Foundation lobte Trump dafür, dass er eine hohe Mauer zum Nachbarn Mexiko bauen will.

Demonstrators march across Fifth Avenue during a rally near Trump Tower, Saturday, June 3, 2017, in New York. The rally in support of President Trump and his policy to build a wall on the Mexican bord ...
Bild: Mary Altaffer/AP/KEYSTONE

Trump glaubt an Änderung des Klimas

US-Präsident Donald Trump glaubt nach den Worten seiner UNO-Botschafterin Nikki Haley, dass sich ein Klimawandel vollzieht – auch wenn er ihn in der Vergangenheit als «Erfindung» abgetan hat und jetzt aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigt.

«Präsident Trump glaubt, dass sich das Klima ändert, und er glaubt, dass Schadstoffe Teil der Gleichung sind», sagte Haley (Bild) dem Sender CNN.

In this April 24, 2017 photo, U.S. Ambassador to the UN Nikki Haley speaks to the media during the daily briefing in the Brady Press Briefing Room of the White House in Washington. Haley tells CNN, `` ...
Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

Trump hatte früher unter anderem erklärt, der Klimawandel sei ein «Scherz» und ein «Mythos». Seit seinem Amtsantritt im Januar vermied er dann aber eine klare Festlegung. Auch in seiner Rede am Donnerstag, in der er die Abkehr der USA aus dem Klimaabkommen bekanntgegeben hatte, ging er nicht darauf ein, ob er den Klimawandel für real hält oder nicht. Hohe Regierungsmitarbeiter wichen entsprechenden Journalistenfragen wiederholt aus.

Trump wisse, dass sich das Klima ändere und dass sich die USA verantwortlich verhalten müssten, «und das werden wir tun», sagte Haley nun. Zugleich verteidigte sie den Ausstiegsbeschluss: Das Abkommen habe die US-Firmen benachteiligt. Trump werde aber trotzdem «auf die Umwelt aufpassen», versicherte sie. «Dass die USA aus dem Club ausgetreten sind, bedeutet nicht, dass wir uns nicht um die Umwelt kümmern werden.»

(dsc/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
14 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Richu
03.06.2017 21:49registriert Mai 2016
Bin schon sehr überrascht, dass in den Gross-Stadt New York mit über 8 Millionen Einwohner nur gerade ca. 3'000 Personen gegen den Klimaschutzausstieg der USA demonstrierten. Was der Grund für diese äusserst schlechte Beteiligung an dieser Demo war schreibt leider die SDA in ihrem Bericht nicht.
00
Melden
Zum Kommentar
14
«Trump befindet sich in einer Zwickmühle: Welchen Zug er auch macht, er verliert»
Auf dem Bürgenstock verhandeln die USA und Iran über ein neues Abkommen. Dabei habe das Mullah-Regime die besseren Karten, sagt der deutsche Politologe Herfried Münkler. Der amerikanische Präsident könne nur noch auf sinkende Benzinpreise hoffen.
Herr Münkler, Donald Trumps Rahmenabkommen mit Iran wird praktisch von allen Kommentatoren als grosses Desaster betrachtet. Ist der amerikanische Präsident der grosse Verlierer, als der er nun überall beschrieben wird?
Herfried Münkler: Als klar war, dass die USA nicht in der Lage sind, die Strasse von Hormus mit militärischen Mitteln wiederzueröffnen, war auch klar, dass die Methode Trump in diesem Fall gescheitert ist. Die Methode Trump, das heisst drohen, gegebenenfalls auch das Militär einsetzen, aber darauf hoffen, dass die Gegenseite angesichts der Übermacht der USA relativ schnell nachgibt. In Venezuela hat das funktioniert, und das hat Trump wohl übermütig gemacht. Was Iran betrifft, hat er sich in zwei Punkten geirrt: Erstens hatte er offenbar nicht auf der Rechnung, dass die Iraner mit der Strasse von Hormus die Weltwirtschaft als Geisel nehmen können, zweitens hat er die Stabilität des Regimes unterschätzt.
Zur Story