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«Die Schlacht unserer Leben»: Der Klimawandel treibt Millionen in die Flucht

Ab heute Montag diskutiert die Weltgemeinschaft in New York über Klimalösungen. UNO-Generalsekretär António Guterres warnt zum Auftakt.

Jan Dirk Herbermann / ch media



An elderly woman wades through waters of the swollen River Ganges in Varanasi, India, Saturday, Sept. 21, 2019. Heavy monsoon rains have raised the water level of the Ganges River above the danger level, triggering evacuation of thousands of people from flooded homes around the area. (AP Photo/Altaf Qadri)

Vor allem Menschen im globalen Süden leiden unter dem Klimawandel: Wie diese Frau im indischen Varanasi. Bild: AP

An eindringlichen Worten mangelt es bei den Vereinten Nationen nicht, wenn es um den Klimawandel geht. UNO-Generalsekretär António Guterres beschwört die «Schlacht unserer Leben», in der die Menschen der Erderwärmung gegenüberstehen. «Der Klimawandel», warnt Guterres, «läuft schneller als wir.» Einen Schub in diesem epochalen Kampf erhofft sich Guterres vom Klimagipfel in New York, zu dem ab heute zahlreiche Staats- und Regierungschefs zusammentreffen.

Die Staatenlenker sollen im UNO-Hauptquartier konkret festlegen, wie schnell und wie radikal sie den Ausstoss der klimaschädlichen Treibhausgase senken wollen. Ausgerechnet der Präsident des Staates mit dem grössten Treibhausgasausstoss, Donald Trump aus den USA, wird sich auf dem Gipfel voraussichtlich aber nicht blicken lassen.

7 Millionen mussten wegen Klimawandel fliehen

Dabei sind geschlossene Reihen im Kampf gegen den Klimawandel so wichtig wie nie zuvor. Die Periode von 2015 bis 2019 war laut der Weltwetterorganisation der heisseste Fünfjahreszeitraum, der jemals gemessen wurde. Das ging nicht spurlos an der Menschheit vorbei.

Am stärksten betroffen sind die Menschen in den Ländern des globalen Südens. «Sie haben wenig zu der Klimakrise beigetragen, sind aber deren ersten Opfer», betont Guterres. Der Weltrisikoindex stuft Afrika als den Kontinent mit der höchsten Verwundbarkeit durch Naturkatastrophen ein, dahinter folgen Asien und Lateinamerika. Europa hingegen sei «der Kontinent mit dem niedrigsten Katastrophenrisiko».

Das Leid des Südens zeigte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Stürme und Fluten verheerten grosse Gebiete in Indien, Bangladesch, den Philippinen, Iran, Äthiopien, Moçambique, Malawi, Simbabwe, Madagaskar und Bolivien. Viele der Unwetter lassen sich auf die Erderwärmung zurückführen.

UN Secretary-General António Guterres speaks during a press conference in Kabul, Afghanistan, Wednesday, June 14, 2017. (AP Photo/Rahmat Gul)

António Guterres warnt vor den Folgen des Klimawandels. Bild: AP/AP

Sieben Millionen Menschen mussten im ersten Halbjahr 2019 vor den Gewalten der Natur fliehen, so viele wie nie zuvor. Das Genfer Beobachtungszentrum für Binnenvertriebene befürchtet sogar, dass die Zahl der Umweltflüchtlinge bis zum Jahresende auf 22 Millionen steigt. «Massenflucht vor extremen Wettersituationen wird die Norm», sagt Alexandra Bilak, Direktorin des Zentrums.

Zudem wird sich nach Prognosen des Roten Kreuzes die Zahl der Umweltopfer verdoppeln, die nur mit humanitärer Hilfe überleben können. Heute sind schon 108 Millionen Menschen wegen Klimafolgen auf Lebensmittellieferungen und andere Unterstützungen angewiesen. Zur Mitte des Jahrhunderts könnten schon mehr als 200 Millionen Kinder, Frauen und Männer zu Bittstellern für humanitäre Hilfe werden.

Dieses «eskalierende Leiden» werde zu «immer grösseren humanitären Kosten» führen, warnt der Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, Francesco Rocca. Schon seit Jahren wächst der globale Bedarf für humanitäre Hilfe schneller als die Zuwendungen der Geberländer und Spender. Für Ende 2018 bezifferten die UNO das Minus bei der humanitären Hilfe auf über zehn Milliarden US-Dollar.

Am Dienstag und Mittwoch wollen die Vereinten Nationen auf einer Konferenz in New York eine Zwischenbilanz ziehen. Die beiden Hauptpunkte der nachhaltigen Entwicklungsziele, die sich die UNO bis 2030 gesteckt hat (die Beendigung der Armut und die Beendigung des Hungers), drohen verpasst zu werden. Auch aufgrund der Erderwärmung. So vernichten etwa Feuersbrünste, Trockenheit, Stürme und Überschwemmungen die Lebensgrundlagen vieler Erdenbewohner. Auch deshalb steigt seit Mitte des laufenden Jahrzehnts die Zahl der hungernden Menschen wieder an: Mehr als 820 Millionen Kinder, Frauen und Männer sind es heute. Auch sie leben vorwiegend im globalen Süden. (aargauerzeitung.ch)

Faktencheck: Die 9 beliebtesten Aussagen der Klimaskeptiker

Der Weltklimarat schlägt Alarm

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    Alle Leser-Kommentare
  • homo sapiens melior 23.09.2019 09:42
    Highlight Highlight Das wird wieder nichts. Ich hab's aufgegeben, von Politikern noch irgendwas zu erwarten. Sehen wir also zu, wie die Erde in den kommenden Jahrzehnten das Problem der menschlichen Übervölkerung lösen wird.
    • Leckerbissen 23.09.2019 09:57
      Highlight Highlight Du kannst imfall auch Politiker werden.
  • rodolofo 23.09.2019 08:15
    Highlight Highlight Auch der Bürgerkrieg/Stellvertreterkrieg in Syrien hat ja offenbar etwas mit dem Klimawandel zu tun.
    Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe mal irgendwo gehört dass in Syrien wegen einer grossen Dürre ca. 70% der Bauern ihre Landwirtschaft aufgeben mussten.
    Weiss jemand genaueres darüber?
    Nun, in solchen Notzeiten der Knappheit verhalten sich Menschen nicht anders, als Tiere.
    Sie fressen ihre Beute einer Hierarchie folgend und trinken an den verbliebenen Wasserstellen einer Hierarchie folgend.
    Aber die Verzweifelten am unteren Ende dieser Hierarchie wollen ebenfalls essen und trinken...
    • Knäckebrot 23.09.2019 15:42
      Highlight Highlight Habe zwei Freunde, welche Hungersnot und Armut kennen, wie es im mittleren Ostens noch lange nicht ist.
      Einer aus Niger, sein Dorf hat Bargeld im Wert von ca. 100 chf. Seit ca. 2 Jahren haben sie einen Brunnen.

      Der andere wohnt in der Turkanaregion in Kenia und erlebte schlimmen Hunger und werden teils noch von Al-Shabaab bestohlen.

      Beide Freunde rauben nicht andere aus und kämpfen nicht um Ressourcen und bevorzugen es, selber zu leiden.

      D.h.: Es hat schon auch mit der persönlichen Haltung, Überzeugung und Weltbild zu tun.

      An allem ist der Westen also wirklich nicht schuld
  • Chääschueche 23.09.2019 07:07
    Highlight Highlight Wo genau flüchten die Menschen denn? Afrika hat seit Jahrzehnten ein Problem mit Dürren, internen Kriegen und Armut.

    Wenn man schon über die Auswirkungen des Klimas spricht wieso dann nicht mit Bildern und Videos...Wird ja wohl mehr Infos über die X Millionen Flüchtlingen geben?
    • RicoH 23.09.2019 09:40
      Highlight Highlight Wie wär's, wenn du dich mal selbst informieren würdest.

      Such mal nach "Klimaflüchtlinge". Da wirst du fündig...
    • homo sapiens melior 23.09.2019 09:49
      Highlight Highlight Du weisst aber, dass Afrika ein sehr grosser Kontinent mit verschiedensten Klimaregionen ist? Von mediterran über tropisch bis Wüste ist alles dabei.
      Vielleicht sollten Nichtafrikaner endlich damit aufhören, den Afrikanern erklären zu wollen, wie was geht. Die haben das Recht auf eine eigene Kultur. Aber nein, Afrika muss ja ausgebeutet werden. Und dann kommen Leute aus Mikroländern wie der Schweiz und fassen Afrika mit der Schöpfkelle in ein Wörtli zusammen. Die Schweiz hätte in Afrika über 700x Platz. Aber wir haben immer noch den Kantönligeist in unserem Mikroländli.
    • Scott 23.09.2019 10:55
      Highlight Highlight @homo sapiens melior

      So so, Afrikaner haben also ein Recht auf ihre eigene Kultur.
      Im nächsten Satz dann den "Kantönligeist im Mikroländli" lächerlich machen.

      Ist das denn nicht Schweizerische Kultur? Haben die Schweizer kein Recht auf ihre eigene Kultur?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roman Loosli 23.09.2019 06:57
    Highlight Highlight Die welche nicht wahrhaben wollen das dies geschieht werden noch böse erwachen.....

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