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Klima

Türkische Mülldeponien gehören zu weltweit grössten Methan-Emittenten

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan listens during a meeting with President Donald Trump at a multilateral meeting with the Gulf Cooperation Council during the United Nations General Assembly ...
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan machte als Bürgermeister von Istanbul die Abfallwirtschaft zu seinem Thema.Bild: Keystone

Problematisch wie 1,5 Millionen SUVs: Vor Klimagipfel gibt türkische Mülldeponie zu reden

05.10.2026, 19:0605.10.2026, 19:06

Im November findet in der Türkei die UN-Klimakonferenz COP31 statt. Zuoberst auf die Prioritätenliste setzt der Veranstalter dabei Zero Waste und Methanreduktion. Doch die Türkei bekleidet in diesem Bereich alles andere als eine Vorreiterrolle.

«Beim Thema Abfall könnten die schnellsten Resultate im Klimaschutz erzielt werden», heisst es in der Präsentation des türkischen Umweltministers und COP31-Präsidenten Murat Kurum zur Agenda des anstehenden Klimagipfels. Wie der Guardian berichtet, gehören die türkischen Mülldeponien währenddessen zu den weltweit schlimmsten Emissionsquellen in diesem Sektor.

«Unfassbar hohe Methan-Emissionsraten»

7,4 Tonnen Methan pro Stunde entweichen der städtischen Mülldeponie Silivri bei Istanbul. Sie ist die emissionsreichste in der Türkei und eine der schlimmsten weltweit, wie ein Forscherteam der Universität von Kalifornien (UCLA) mithilfe von Satelliten herausfand. Die Auswirkungen dieser Mülldeponie auf den Klimawandel kämen denen von 1,5 Millionen SUVs gleich, die im selben Moment ihre Motoren aufheulen lassen, schreibt der «Guardian».

Sie ist bei weitem nicht die einzige, die Unmengen an Methan freisetzt. «Viele dieser Standorte weisen selbst im globalen Vergleich unfassbar hohe Methan-Emissionsraten auf», erzählt Cara Horowitz, die das UCLA Stop Methane Project leitet. «Dies sind gewaltige Lecks, die zu den weltweit grössten Einzelquellen für menschengemachte Methanemissionen gehören.»

Problem der Regierung bekannt

Anfang der 90er-Jahre sei das Abfallproblem noch viel grösser gewesen, erzählt ein Betriebsleiter der Zeitung. Dann wurde Erdogan Bürgermeister von Istanbul und versprach, das städtische Abfallmanagement zu verbessern. Auch die Ehefrau des türkischen Präsidenten, Emine Erdogan, soll sich öffentlich für Zero Waste und die Vorbeugung von Foodwaste ausgesprochen haben.

Im offiziellen Bericht über Treibhausgasemissionen, den die Türkei bei der UN eingereicht hat, nennt die Regierung die unkontrollierte Methan-Freisetzung aus Mülldeponien als einen Hauptfaktor ihrer Emissionen. Dennoch ist die Türkei nicht Teil des Global Methane Pledge (GMP). Dessen 159 Teilnehmerstaaten haben sich dazu verpflichtet dafür zu sorgen, die globalen Methan-Emissionen von 2020 bis 2030 um 30 Prozent zu senken.

Eine Erklärung für die Vernachlässigung der Methanlecks in türkischen Mülldeponien könnte in der Innenpolitik liegen. Die grossen Städte werden von der Opposition kontrolliert. Die Regierung in Ankara hat grosses Interesse daran, die Opposition als regierungsunfähig erscheinen zu lassen. Auch in der Abfallwirtschaft.

(nil)

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