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Flugverkehr über Italien stundenlang gestört – Swiss-Flüge betroffen

Flugverkehr über Italien stundenlang gestört – auch Swiss-Flüge betroffen

Wegen technischer Probleme im Datennetz der italienischen Flugsicherung ist es im nationalen und internationalen Flugverkehr über Italien zu stundenlangen Behinderungen gekommen. Auf Flughäfen wie Rom, Mailand oder Bergamo fielen seit dem Morgen mehrere Dutzend Verbindungen aus oder waren erheblich verspätet.
16.10.2026, 08:3916.10.2026, 17:24

Erst am Nachmittag gab die nationale Flugsicherungsbehörde Enav Entwarnung. Die Leistungsfähigkeit sei jetzt wieder «zu 100 Prozent» erreicht. Auch nach vielen Stunden gab es allerdings noch keine Klarheit darüber, was genau zu den massiven Problemen geführt hatte. Einen Hacker-Angriff von ausserhalb oder Sabotage schloss die Enav aus.

Im Laufe des Tages konnte nach ihren Angaben dann ein zweites Satelliten-Netzwerk in Betrieb genommen werden, um den Betrieb wieder zu normalisieren. Allerdings dauert im Luftverkehr so etwas in der Regel mehrere Stunden.

Betroffen von der Störung waren auch Flüge der Schweizer Fluggesellschaft Swiss. Wie sie am späteren Nachmittag auf Anfrage bekanntgab, war sie gezwungen, insgesamt fünf Flugrotationen nach Mailand (zwei), Venedig, Bologna und Florenz (je eine) zu annullieren. Davon waren rund 700 Passagierinnen und Passagiere betroffen, wie Mediensprecher Remo Müller sagte.

Manager klagt seit Jahren über veraltete Infrastruktur

Der Geschäftsführer der Fluggesellschaft Aeroitalia, Gaetano Intrieri, machte eine veraltete Infrastruktur verantwortlich. «Ich bin der Meinung, dass über die Jahre keine ausreichenden Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur und Technologien getätigt wurden», sagte er dem TV-Sender Skytg24. Die Flugsicherung verwies darauf, dass für Verwaltung und Wartung des Datennetzes der italienische Mobilfunkkonzern Tim zuständig sei.

Nach Angaben der Flugsicherung wurden die ersten Probleme in der Nacht bemerkt. Um sechs Uhr morgens seien deshalb «Massnahmen zur Verkehrssteuerung» in Kraft gesetzt worden. Dadurch konnten weniger Flugzeuge betreut und abgefertigt werden. Betroffen waren sowohl Maschinen, die in Italien starten und landen, als auch Flugzeuge, die Italien nur überfliegen wollten. Die Verspätungen betrugen zum Teil mehrere Stunden.

Pro Jahr zwei Millionen Flüge

Zu den Hintergründen der Störungen äusserte sich die Behörde nicht näher. In der Mitteilung heisst es jedoch: «Es ist ausgeschlossen, dass die Störungen auf böswillige Handlungen zurückzuführen sind.» Die Enav ist für Überwachung, Kontrolle und Sicherung des Betriebs im italienischen Luftraum mit grossen internationalen Flughäfen wie Rom oder Mailand zuständig. Pro Jahr wickelt sie etwa zwei Millionen Flüge ab.

Opposition kritisiert Regierung

Verkehrsminister Matteo Salvini informierte sich laufend über die Entwicklung, musste jedoch scharfe Kritik wegen der Missstände im Flugverkehr hinnehmen. Angesichts der Störungen forderte die Opposition eine rasche Aufklärung. «Eine strategische Infrastruktur, auf der die Flugsicherheit beruht, darf nicht wegen einer technischen Störung stundenlang ausfallen», hiess es in einer Stellungnahme der oppositionellen Demokratischen Partei (PD).

Auch ein 24-stündiger Streik des Easyjet-Personals sorgt am Freitag für erhebliche Beeinträchtigungen im italienischen Flugverkehr. Dadurch komme es zu Verzögerungen, teilte das auf Fluggastrechte spezialisierte Unternehmen RimborsoAlVolo mit. (sda/dpa/apa)

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