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Angeklagt wegen «Terrorvorwürfen»: Britische Vice-Reporter sollen in der Türkei für den IS gearbeitet haben

Angeklagt wegen «Terrorvorwürfen»: Britische Vice-Reporter sollen in der Türkei für den IS gearbeitet haben

31.08.2015, 21:3731.08.2015, 22:01

Zwei im Südosten der Türkei festgenommenen britischen Journalisten droht ein Prozess wegen «Terrorvorwürfen». Den beiden Reportern und ihrem irakischen Übersetzer wird vorgeworfen, in «terroristische Aktivitäten» der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verwickelt zu sein.

Das teilte ein Gericht im südosttürkischen Diyarbakir am Montag mit. Gemeinsam mit ihrem Übersetzer und ihrem Fahrer waren die Journalisten in der vergangenen Woche festgenommen worden. Der Fahrer wurde inzwischen freigelassen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die für den in den USA ansässigen Internet-Sender Vice News tätigen Journalisten waren festgenommen worden, als sie die Unruhen im Südosten der Türkei dokumentierten.

Die türkische Regierung geht in dem mehrheitlich kurdischen Gebiet derzeit militärisch gegen kurdische Rebellen vor. Berichten zufolge wurden die Journalisten nach einem anonymen Hinweis an die Polizei festgenommen, überdies wurde ihr Filmmaterial beschlagnahmt.

«Bizarre» Vorwürfe

Vice News zufolge war ihnen zunächst vorgeworfen worden, ohne Genehmigung der Regierung gedreht zu haben, bevor ihnen Unterstützung der IS-Miliz zur Last gelegt wurde.

Ein Sprecher des Senders sprach von «unbegründeten Terrorvorwürfen». Die Reporter wiesen die Vorwürfe im Beisein ihrer Anwälte zurück. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von «ungeheuerlichen und bizarren» Vorwürfen und forderte die Freilassung der Journalisten.

Derzeit wächst die Sorge über die sich verschlechternde Pressefreiheit in der Türkei. Unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten Ermittlungen gegen Journalisten zuletzt stark zugenommen, insbesondere wegen angeblicher Beleidigung ranghoher Beamter. (sda/afp)

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