International
Migration

Mehr als 5000 Schiffbrüchige im Mittelmeer gerettet

Mehr als 5000 Schiffbrüchige im Mittelmeer gerettet

31.05.2015, 14:4831.05.2015, 14:48

Im Mittelmeer sind innerhalb von drei Tagen mehr als 5000 Flüchtlinge gerettet worden – das ist ein neuer Höchstwert für dieses Jahr. Auf einem Schlauchboot entdeckten die Rettungskräfte auch 17 Leichen.

Menschen aus insgesamt 25 Booten wurden geborgen, wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Sonntag mitteilte. Die Flüchtlinge seien alle in Libyen gestartet.

Am Freitag waren in 22 Aktionen 4243 Migranten in Sicherheit gebracht worden, am Samstag waren es in vier Aktionen noch einmal 436 Menschen, wie die Küstenwache am Sonntag erklärte. Etwa 300 von ihnen sollten im Laufe des Tages die Insel Lampedusa erreichen.

1 / 10
Mehr als 5000 Schiffbrüchige im Mittelmeer gerettet
Menschen aus insgesamt 25 Booten wurden geborgen, wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Sonntag mitteilte. Die Flüchtlinge seien alle in Libyen gestartet.
quelle: bundeswehr / gottschalk
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Fünf weitere Rettungseinsätze für insgesamt 500 Migranten waren am Sonntag zunächst noch im Gange. Im Einsatz waren neben italienischen auch deutsche, britische, maltesische, belgische und irische Marineschiffe. An den Rettungsaktionen beteiligt waren überdies Flugzeuge aus Island und Finnland. Die deutsche Bundeswehr erklärte, die Fregatte «Hessen» habe 880 Schiffbrüchige an Bord genommen, darunter auch 30 Kinder.

«Es handelt sich um die grösste Flüchtlingswelle, die wir bisher 2015 gesehen haben», erkläre Frontex-Chef Fabrice Leggeri mit Blick auf die über 5000 Geretteten.

Hilferufe über Satellitentelefone

Die am Freitag geretteten 4243 Menschen waren auf insgesamt neun Schiffen und 13 Schlauchbooten auf dem Weg über das Mittelmeer, als sie in Seenot gerieten. Bei der Küstenwache gingen mehrere Hilferufe über Satellitentelefone ein. Die 17 toten Bootsflüchtlinge waren laut italienischer Marine gemeinsam mit mehreren noch lebenden Migranten auf einem Schlauchboot entdeckt worden. 

Zur Todesursache konnte die italienische Marine zunächst keine Angaben machen. Regelmässig sterben Flüchtlinge aber an Dehydrierung, Kälte oder Hitze, andere ersticken in den Booten, ertrinken oder werden Opfer von Gewalt während der strapaziösen Überfahrt.

Kaum seetüchtige Boote

Seit Beginn des Jahres trafen bereits mehr als 45'000 Flüchtlinge in Italien ein. Etwa 1770 Menschen starben bei dem Versuch, über das Mittelmeer Europa zu erreichen.

Bei gutem Wetter wagen vor allem im Frühling und Sommer immer wieder Tausende Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer. Viele von ihnen überleben die Reise mit kaum seetüchtigen Booten nicht. Im April waren bei einem der bislang schlimmsten Unglücke im Mittelmeer vermutlich Hunderte Flüchtlinge ertrunken. (sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die Verhandlungen mit den USA lösen im Iran einen Machtkampf aus
Während auf dem Bürgenstock über das Abkommen mit den USA gesprochen wird, drohen Hardliner in Teheran mit Vergeltung gegen die eigenen Politiker.
Mit einem Katalog von «Richtlinien zum Schutz der Rechte der iranischen Nation» war die iranische Verhandlungsdelegation am späten Samstag in Zürich gelandet. Vorgegeben hatte sie der «Oberste Nationale Sicherheitsrat» im Iran, der von dem Team um Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und Aussenminister Abbas Araghchi erwartet, die Gespräche auf dem Bürgenstock «mit völligem Misstrauen gegenüber den USA» voranzutreiben. Zugeständnisse dürften dem «grossen Satan», wie die USA seit 47 Jahren im Iran verunglimpft werden, allenfalls nach Rücksprache mit Teheran gemacht werden.
Zur Story