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Wahlkampf-Finale in Österreich: FPÖ-Chef Kickl pocht auf «Remigration»

Wahlkampf-Finale in Österreich: FPÖ-Chef Kickl pocht auf «Remigration»

27.09.2024, 20:4227.09.2024, 21:10

FPÖ-Chef Herbert Kickl gibt sich zwei Tage vor der österreichischen Parlamentswahl siegessicher und verspricht grundlegende politische Änderungen, unter anderem im Bereich der Migration. «Wir führen einen Befreiungskampf gegen das System», sagte der rechte Politiker zum Abschluss seines Wahlkampfes vor dem Stephansdom im Zentrum Wiens.

Head of the Freedom Party (FPOE) Herbert Kickl gestures during his speech at a final election campaign event at St. Stephen's square in Vienna, Austria, Friday, Sept. 27, 2024, ahead of the count ...
Herbert Kickl hielt am Freitag eine einstündige Rede vor dem Stephansdom in Wien.Bild: keystone

Am Sonntag sind in Österreich knapp 6,4 Millionen Bürger aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. «Wir werden den ersten Platz holen», erklärte Kickl. Die FPÖ war in den Umfragen monatelang deutlich an erster Stelle vor der konservativen Kanzlerpartei ÖVP gelegen. Doch zuletzt schmolz der Vorsprung auf zwei Prozentpunkte. Die Demoskopen sehen die FPÖ bei 27 Prozent, die ÖVP bei 25 Prozent. Der sozialdemokratischen SPÖ droht ein Rekordtief mit rund 20 Prozent. Die Grünen, bisher Koalitionspartner der ÖVP, können mit rund neun Prozent der Stimmen rechnen.

Asyl-Stopp für Afghanen, Syrer und Somalier gefordert

Vor Hunderten Fans pochte Kickl erneut auf eine Politik der «Remigration». «Ich weiss gar nicht, was an diesem Wort so böse sein soll», sagte er. «Remigration» wird unterer anderem auch von der Identitären Bewegung propagiert, die in Österreich als rechtsextrem eingestuft ist. Wenn solche Gruppierungen diesen Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine grosse Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.

Kickl forderte Remigration für Flüchtlinge, «die glauben, sich nicht an unsere Regeln halten zu müssen.» Ausserdem sprach er sich dafür aus, Menschen aus Ländern wie Afghanistan, Syrien oder Somalia grundsätzlich kein Asyl mehr in Österreich zu gewähren.

Der FPÖ-Chef kritisierte auch die westlichen Sanktionen gegen Russland, die als Reaktion auf die Invasion der Ukraine verhängt wurden. Diese Massnahmen seien «nichts anderes als der Eintritt in einen Wirtschaftskrieg», so Kickl.

Kickl wettert gegen «Gender-Wahnsinn und Regenbogen-Kult»

In seiner einstündigen Rede wetterte Kickl auch wiederholt gegen «Gender-Wahnsinn und Regenbogen-Kult». «Für mich ist das ein Zeichen des Niedergangs, und hier müssen wir entschlossen Widerstand leisten», sagte er mit Blick auf die LGBTQ-Bewegung, die sich unter anderem für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen einsetzt.

Bundeskanzler Nehammer hatte zuvor bei seinem Wahlkampfabschluss seine Ablehnung bekräftigt, mit FPÖ-Chef Herbert Kickl zusammenzuarbeiten. Während die rechte FPÖ als ein möglicher Koalitionspartner bleibe, erfülle Kickl persönlich nicht die Kriterien zur Bildung einer verantwortungsvollen, tragfähigen Regierung. «Daher habe ich ihn davon ausgeschlossen», machte Nehammer deutlich.

Kickl hat jedoch nach eigenen Angaben nicht vor, in die zweite Reihe zurückzutreten, um eine ÖVP-FPÖ-Koalition zu ermöglichen. Falls Nehammer bei seiner Position bleibt, gilt eine Zusammenarbeit zwischen ÖVP und SPÖ, die eventuell auch die liberalen Neos einschliessen könnte, als mögliche Alternative nach der Wahl. (hkl/sda/dpa)

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