International
Naher Osten

Irakische Einheiten rücken in Mossuler Stadtteil vor

An Iraqi soldier patrols the city of Qaraqosh, searching for any Islamic State militants still in the area, near Mosul in Iraq October 30, 2016. REUTERS/Ahmed Jadallah
Ein irakischer Panzer in Qaraqosh, einem Aussenbezirk von Mossul. Bild: AHMED JADALLAH/REUTERS

Irakische Armee dringt in IS-Hochburg Mossul ein

31.10.2016, 13:5731.10.2016, 15:38

Erstmals seit Beginn ihrer Offensive gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») sind Einheiten der irakischen Armee am Montag in Mossul eingedrungen. «Sie kämpfen nun im Viertel Karama», sagte ein General der Anti-Terror-Einheit CTS.

Der Vorstoss in die Millionenstadt Mossul werde jedoch unterbrochen, um das Vorrücken anderer Einheiten an anderen Fronten abzuwarten. CTS-Soldaten hatten sich den Angaben zufolge auch bis an Gogdschali herangekämpft, einem Industriegebiet am östlichen Stadtrand.

In der Umgebung von Mossul nahmen kurdische Milizen nach Angaben des irakischen Militärs fünf Ortschaften ein. Andere Armee-Einheiten stiessen demnach vom Süden her auf die Stadt vor. Schiitische Milizen haben angekündigt, die Verbindung zwischen Mossul und Rakka in Syrien einzunehmen, um Kämpfern der Terrormiliz «Islamischer Staat» den Fluchtweg abzuschneiden.

Die Regierungstruppen hatten am 17. Oktober ihre Offensive gestartet und zunächst die Umgebung der immer noch rund 1,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt vom «IS» erobert. An der Seite der Armee kämpfen auch kurdische Milizen. Aus der Luft werden sie von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützt.

17'500 konnten flüchten

Bislang konnten nach UNO-Angaben rund 17'500 Menschen aus den Kampfgebieten im Norden Iraks fliehen. Demnach werden Menschen aber daran gehindert, Mossul zu verlassen. Der «IS» reklamierte einen Gegenangriff in Haditha in der Provinz Anbar für sich, wo nach Angaben der Extremistengruppe 35 Soldaten und Milizionäre bei einem Selbstmordattentat getötet worden sein sollen.

Die Eroberung von Mossul wäre militärisch und symbolisch eine schwere Niederlage des «IS». Vor zwei Jahren hatte «IS»-Chef Abu Bakr al-Bagdadi in Mossul ein Kalifat ausgerufen, das neben dem Irak auch grosse Teile Syriens umfassen soll. In dem IS-Herrschaftsgebiet stehen Andersgläubige unter Lebensgefahr. Viele wurden von den radikalen Islamisten getötet oder versklavt.

Die irakische Armee und ihre Verbündeten befürchten nun einen verlustreichen Häuserkampf, bis Mossul ganz in ihrer Hand ist. Erschwerend kommt dazu, dass der «IS» nach UNO-Angaben Zivilisten als Schutzschilde einsetzt.

Der Vormarsch auf Mossul verlief teilweise schleppend, da die zahlenmässig deutlich unterlegenen IS-Kämpfer zähen Widerstand leisteten. Vielfach stoppten Selbstmordattentäter mit Autobomben das Vorrücken der Armee oder der Milizen. Die Einnahme von Ortschaften wurde durch Heckenschützen, Sprengfallen und Verteidigungstunnel erschwert. Die IS-Kämpfer zünden auch immer wieder mit Öl an, um ihren Feinden mit dem Russ die Sicht zu nehmen. (gin/sda/reu)

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