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Nordkorea

Südkoreaner soll bei Überlauf nach Nordkorea erschossen worden sein

Südkoreaner soll bei Überlauf nach Nordkorea erschossen worden sein

23.09.2020, 19:4323.09.2020, 19:43

Ein südkoreanischer Ministeriumsbeamter ist nach Medienberichten möglicherweise von nordkoreanischen Soldaten bei dem Versuch erschossen worden, sich während einer Schiffsfahrt an der Seegrenze in den Norden abzusetzen.

Es gebe Hinweise darauf, dass die Leiche des 47-jährigen Beamten des Ministeriums für Ozeane und Fischerei aus nordkoreanischen Gewässern geborgen und nach Nordkorea gebracht worden sei, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am späten Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf Informanten.

Das Verteidigungsministerium in Seoul bestätigte die Angaben zunächst nicht. Demnach war bisher unklar, ob der vermisste Mann am Leben oder tot sei.

Leiche wegen Corona eingeäschert

Der Beamte war bereits am Montag als vermisst gemeldet worden. Er hatte sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf einer Kontrollfahrt etwa zehn Kilometer südlich der Seegrenzlinie vor der Westküste Südkoreas befunden, als er plötzlich vom Schiff verschwand. Südkorea leitete eine Suche nach ihm mit Schiffen und Flugzeugen ein. Zunächst hatte es geheissen, die Strömung könnte ihn in nordkoreanische Gewässer getrieben haben.

Laut Yonhap liegen nun Informationen vor, dass Nordkorea die Leiche des Beamten als Massnahme gegen eine potenzielle Verbreitung des Coronavirus eingeäschert habe. Der südkoreanische Geheimdienst untersuche derzeit, was den Mann dazu gebracht haben könnte, in das abgeschottete Nachbarland überzulaufen. Berichte über übergelaufene Südkoreaner sind selten.

Im Juli war ein nordkoreanischer Flüchtling, der drei Jahre in Südkorea gelebt hatte, in seine Heimat zurückgekehrt. Südkoreas Militär vermutete damals, dass der Mann von der grenznahen Insel Ganghwa nach Nordkorea hinübergeschwommen war. (sda/dpa)

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