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Carlo Acutis: Papst Leo spricht an Krebs gestorbenen 15-Jährigen heilig

epa12359078 A faithful looks at the body of Saint Carlo Acutis at the Sanctuary of the Renunciation in Assisi, Italy, 07 September 2025. Carlo Acutis, an Italian teenager who died in 2006, will be can ...
Der Körper von Carlo Acutis wurde präpariert und in Assisi aufgebahrt. Letztes Jahr besuchten eine Million Gläubige den Ort.Bild: keystone

Carlo Acutis starb mit 15 – jetzt sprach der Papst ihn als «Influencer Gottes» heilig

Der italienische Teenager Carlo Acutis starb an Krebs. Auf dem Petersplatz bejubeln Zehntausende seine Heiligsprechung. Die katholische Kirche hofft, damit wieder attraktiver zu werden.
08.09.2025, 04:5708.09.2025, 12:12

Papst Leo XIV. hat den italienischen Jugendlichen Carlo Acutis heiliggesprochen, der im Alter von nur 15 Jahren an Leukämie gestorben war. Bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Petersplatz wurden seine Worte von Zehntausenden bejubelt. Die katholische Kirche sieht in Acutis das Musterbeispiel eines jungen Christen, der sein Leben in den Dienst Gottes gestellt habe. Zusammen mit ihm wurde mit Pier Giorgio Frassati ein weiterer Italiener in den Heiligenstand erhoben, der 1925 in jungen Jahren gestorben war.

epa12359358 Pope Leo XIV during the canonization ceremony of Carlo Acutis and Piergiorgio Frassati, at the Vatican, 07 September 2025. Carlo Acutis, an Italian teenager who died in 2006, will be canon ...
Papst Leo sprach Carlo Acutis heilig.Bild: keystone

Für Leo waren dies die ersten Heiligsprechungen, seit der US-Amerikaner vor vier Monaten zum Nachfolger des argentinischen Papstes Franziskus gewählt wurde. Auf Lateinisch verkündete er:

«Wir nehmen die seligen Pier Giorgio Frassati und Carlo Acutis in die Heiligenliste auf und legen fest, dass sie in der ganzen Kirche unter den Heiligen innig verehrt werden.»

Anschliessend wurden Reliquien der beiden zum Altar gebracht. Am Petersdom hingen zwei überlebensgrosse Bilder der neuen Heiligen.

Auch Eltern bei Heiligsprechung dabei

Unter den Teilnehmern des Gottesdienstes sind auch Acutis' Eltern sowie seine beiden Geschwister, was bei einer Heiligsprechung äussert ungewöhnlich ist. Der Teenager war 2006 nach dem Ausbruch seiner Krankheit innerhalb weniger Tage gestorben. Aus Sicht der katholischen Kirche hatte er bis dahin ein vorbildliches Leben geführt. Zudem soll er nach seinem Tod zwei sogenannte Wunder bewirkt haben. Acutis wird vom Vatikan «Cyber-Apostel» und «Influencer Gottes» genannt, weil er auch im Internet für seinen Glauben warb.

epa12359404 A handout picture provided by the Vatican Media shows Pope Leo XIV (R) greeting the family of Carlo Acutis's family; mother Antonia (C-L), father Andrea (C-R), the brother and sister, ...
Die Familie von Carlo bei der Zeremonie – besonders seine Mutter Antonia hatte sich stark für die Heiligsprechung ihres Sohnes eingesetzt.Bild: keystone

Die Kirche will damit auch für junge Leute wieder attraktiver werden. Es gibt jedoch Kritik. Inzwischen hat sich um den Jungen, dessen Leichnam in einer Kirche der italienischen Kleinstadt Assisi ausgestellt ist, ein Personenkult entwickelt. Vergangenes Jahr kamen mehr als eine Million Menschen dorthin.

In den Souvenirgeschäften der Heimatstadt des heiligen Franz von Assisi werden jetzt nicht nur Andenken an den Gründer des Franziskanerordens, sondern auch an den Teenager verkauft. Reliquien von ihm waren auch schon in anderen Ländern Europas ausgestellt.

epa12358962 Faithful line up at the Sanctuary of the Renunciation where the body of Saint Carlo Acutis is kept in Assisi, Italy, 07 September 2025. Carlo Acutis, an Italian teenager who died in 2006,  ...
In Assisi stehen die Menschen täglich Schlange, um den Leichnam Acutis' zu sehen.Bild: keystone

Weiterer Italiener wird heiliggesprochen

Zusammen mit Acutis wurde Pier Giorgio Frassati (1901–1925) heiliggesprochen, der sich besonders für arme und ausgegrenzte Menschen eingesetzt hat. Beide Vorhaben gehen noch auf Leos Vorgänger zurück, Papst Franziskus. Insgesamt hat die katholische Kirche mehr als 10'000 Heilige, angefangen mit der Gottesmutter Maria und fast allen Aposteln.

Selig- und Heiligsprechungen laufen nach einem komplizierten, mehrstufigen Verfahren ab. Dafür wird das Leben der Kandidaten genau durchleuchtet. Einst begann das frühestens 50 Jahre nach dem Tod. Bei Acutis dauerte das Verfahren nicht einmal 20 Jahre. In der Regel ist erforderlich, dass einem Heiligen Wunder zugeschrieben werden können. Heute sind dies zumeist überraschende Genesungen von Krankheiten, die mit der Person in Verbindung gebracht werden. Bei Acutis wertet der Vatikan zwei Wunderheilungen in Brasilien und Italien in diesem Sinne. (dpa/con) (aargauerzeitung.ch)

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