International
Rassismus

So weit ist es gekommen: Schweizer Fahne bei Pegida-Demo in Dresden geschwenkt

So weit ist es gekommen: Schweizer Fahne bei Pegida-Demo in Dresden geschwenkt

06.02.2016, 17:5706.02.2016, 18:13

Bis zu 8000 Anhänger der fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bewegung haben am Samstag in Dresden für eine «Festung Europa» demonstriert. Die Kundgebung wurde von starken Polizeikräften gesichert. Bei zahlreichen Gegenveranstaltungen gingen etwa 2500 Menschen gegen Fremdenhass auf die Strasse. Zwischenfälle gab es zunächst nicht.

Unter den Teilnehmern hatte es offenbar auch Schweizer oder zumindest Schweiz-Sympathisanten, dies legt eine Aufnahme der Demo nah (siehe unten). Daneben wurden auch die Fahnen Deutschlands, Russlands, Israels und der rechtsextremen «Identitären Bewegung» (schwarz auf gelb) geschwenkt.

Fahnenmeer an Pegida-Demonstration in Dresden (06.02.2016).
Fahnenmeer an Pegida-Demonstration in Dresden (06.02.2016).
Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Die Kundgebung am Königsufer fand ohne den erkrankten Pegida-Gründer Lutz Bachmann statt. Laut der Forschungsgruppe «Durchgezählt» nahmen zwischen 6000 und 8000 Menschen daran teil – weniger als vom Veranstalter und Polizei erwartet.

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel wurde bei der Kundgebung im Rahmen eines europaweiten Aktionstages von vielen Rednern wegen ihrer Asylpolitik als Bedrohung für Freiheit und Sicherheit kritisiert. Immer wieder waren «Merkel muss weg»- und «Widerstand»-Rufe zu hören.

Während Liveschaltungen nach Bratislava und Prag wegen technischer Probleme zunächst nicht zustande kamen, wurden Einspielfilme befreundeter rechter Bündnisse und aus der Slowakei, Ungarn, den Niederlanden und Estland gezeigt.

Zwischenfälle in Prag und Calais

Bei der mit Pegida abgestimmten islamfeindlichen Kundgebung in Prag kam es am Samstag zu Ausschreitungen zwischen rechten Demonstranten und linken Gegendemonstranten. Es flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Die Polizei setzte mehrere Hundertschaften ein, um die beiden Gruppen zu trennen.

Auch im nordfranzösischen Calais kam es am Samstag bei einer Pegida-Demonstration zu Zusammenstössen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte lösten den verbotenen Aufzug der fremdenfeindlichen und antiislamischen Bewegung unter Einsatz von Tränengas auf, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Mehrere Menschen wurden festgenommen. (kri/sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Trump nutzt Song von Neil Young für Wahlkampf – Klage
Der Sänger Neil Young klagt gegen die Verwendung seines Hits «Rockin' in the Free World» auf Wahlkampfveranstaltungen von US-Präsident Donald Trump. Young verlangt Schadenersatz in Höhe von zehn Millionen Dollar (rund 8,97 Millionen Euro).
Zur Story