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Russland

«Volkrepublik Narva» - Russische Online-Propaganda in Estland

epa04635013 An Estonian Army's press officer distributes Estonian and Narva city flags during a military parade on the occasion of Estonia's Independence Day, in Narva, Estonia on 24 Februar ...
Ein estnischer General verteilt Flaggen mit dem Wappen der Stadt Narva und der estnischen Fahne.Bild: EPA/EPA

Social-Media-Gruppen rufen «autonome Volksrepublik» in Estland aus

Eine estnische Online-Plattform berichtet über die Gründung mehrerer Gruppen auf Telegram, Tiktok und VKontakte, welche die Ausrufung der «Volksrepublik Narva» an der Estnisch-russischen Grenze fordern. Estlands Premierminister spricht von einer Desinformationskampagne Russlands.
16.03.2026, 18:0416.03.2026, 18:04

Die estnische Online-Plattform Propastop, welche der estnischen Freiwilligenverteidigungsorganisation «Kaitseliit» in Estland nahe steht, warnt in einem kürzlich erschienen Artikel vor jüngsten Entwicklungen in den sozialen Medien. Demnach häufen sich Gründungen neuer Social-Media-Gruppen auf Telegram, Tiktok und VKontakte, welche in der Estnischen Stadt Narva an der Grenze zu Russland eine unabhängige Volksrepublik ausrufen wollen.

Narva – Zentrum der russischsprachigen Minderheit in Estland

Dabei ist die Stadt Narva kaum zufällig Ziel dieser, gemäss dem estnischen Premierminister Kristen Michal, gezielten Desinformationskampagne. Die drittgrösste Stadt Estlands liegt direkt an der russischen Grenze und gilt als Hauptstadt der russischsprachigen Minderheit im Land. Rund 95 Prozent der Bevölkerung spricht vorrangig russisch, die familiären und kulturellen Verbindungen in das Nachbarland prägen auch 35 Jahre nach Ende der sowjetischen Besatzung Estlands das Leben der rund 54'000 Einwohnerinnen und Einwohner Narvas.

«Russisches Land - von Narva bis Püssi»

Dass es den Online-Gruppen nicht um die russisch-estnische Kulturpflege geht, zeigen deren Inhalte. In Beiträgen und Memes wird die autonome Volksrepublik Narva ausgerufen, mit eigener Hymne, Flagge und militärischen Erkennungszeichen. Eine Grafik zeigt zwei bewaffnete Männer vor den Grundrissen der selbstproklamierten Volksrepublik, darunter der Satz: «Russisches Land erstreckt sich von Narva bis Püssi», einer weiteren estnischen Stadt westlich von Narva.

Die Gruppen rufen dazu auf, die «autonome Volksrepublik Narva» zu verteidigen.
Die Gruppen rufen dazu auf, die «autonome Volksrepublik Narva» zu verteidigen. bild: Screenshot Telegram

Parallelen zur Ukraine

Obschon die Online-Kanäle aktuell nur über eine geringe Anzahl von Followern verfügen, lässt deren Auftreten die estnischen Sicherheitsbehörden aufhorchen. So sieht die Plattform Propastop Parallelen zu der Ausrufung der Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ukraine 2014. Die Gruppen würden im Wesentlichen darauf hinarbeiten, die Abspaltung von estnischem Territorium zu normalisieren, schreibt Propastop weiter. Marta Tuule von der estnischen Sicherheitspolizei spricht gegenüber dem baltischen Newsportal Delfi von einer «einfachen und kostengünstigen Methode, die Gesellschaft zu spalten und einzuschüchtern». (jul)

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