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Amnesty will Entstehung des Ukraine-Berichts aufarbeiten

A Ukrainian soldier flashes the victory sign atop a tank in Donetsk region, Ukraine, Monday, June 20, 2022. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Ukrainische Soldaten im Donezk-Gebiet. Bild: keystone

Nach heftiger Kritik: Amnesty will Entstehung des Ukraine-Berichts aufarbeiten

13.08.2022, 15:0213.08.2022, 15:18

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International will nach heftiger Kritik an ihrem Bericht zur Kriegsführung der ukrainischen Armee dessen Entstehungprozess aufarbeiten. Man werde von externen Experten eine gründliche Prüfung des Vorgangs durchführen lassen, heisst es in einem der Deutschen Presse-Agentur am Samstag vorliegenden Statement der Organisation. Die Ergebnisse dieser Prüfung hätten eine hohe Dringlichkeit.

In der kommenden Woche sollen Details zum Ablauf der Prüfung vom Amnesty-Vorstand festgelegt werden, nachdem die verschiedenen nationalen Organisationen ihren Input geben konnten – unter anderem auch die ukrainische Amnesty-Organisation, deren Leiterin Oxanna Pokaltschuk aus Protest gegen den Bericht zurückgetreten war.

In dem Bericht hatte Amnesty der ukrainischen Armee vorgeworfen, sich in Wohnvierteln zu verschanzen und damit Zivilisten unnötig in Gefahr zu bringen. Kiew kritisierte, die Nichtregierungsorganisation habe durch den Fokus auf Verfehlungen der Armee des angegriffenen Landes eine Täter-Opfer-Verkehrung betrieben. Kritiker stellten auch die Methodik des Berichts teilweise in Frage. In Russlands Staatsmedien, die über mutmassliche Straftaten durch russische Soldaten in der Ukraine kaum berichteten, war der Amnesty-Bericht zu den Verstössen der ukrainischen Armee ausführlich behandelt worden. Amnesty International verteidigte den Bericht danach weiterhin, drückte aber Bedauern über den ausgelösten «Schmerz und Ärger» aus.

Der deutsche Ableger von Amnesty teilte mit, die Ergebnisse seien «nicht mit der Sensibilität und der Präzision kommuniziert» worden, die von der Organisation erwartet werden müsse. «Dies betrifft auch die anschliessende Kommunikation und Reaktion des Internationalen Sekretariats auf die öffentliche Kritik.» Man wolle sich eng an der Aufarbeitung beteiligen, in der auch Machtverhältnisse berücksichtigt werden müssten, schrieb die Organisation in einem Statement vom Freitag. «Wir wollen verstehen, was genau falsch gelaufen ist und warum, um die Lehren daraus zu ziehen und unsere Menschenrechtsarbeit zu verbessern.» (sda/dpa)

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