Trotz Gewinn-Rückgang: Nestlé erhöht Dividende zum 30. Mal in Folge
Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe ausgeklammert betrug das organische Wachstum 3,5 Prozent nach 2,2 Prozent im Jahr zuvor, wie der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegeln und Purina-Tierfutter am Donnerstag mitteilte. Dieses ging vor allem auf Preisanpassungen von 2,8 Prozent zurück. Das Mengenwachstum (RIG) blieb im Umfeld einer gedämpften Konsumlust stabil bei 0,8 Prozent.
Im vierten Quartal belief sich das organische Wachstum auf 4,0 Prozent nach 4,3 Prozent im dritten Quartal. Der grossangelegte Rückruf von Babynahrung in gegen 60 Ländern wegen einer giftigen Zutat erfolgte weitgehend erst Anfang 2026 und hatte darum keinen Effekt auf die Zahlen von 2025.
Der Umsatz ging im Gesamtjahr um 2,0 Prozent auf 89,49 Milliarden Franken zurück. Hintergrund waren vor allem die Dollarschwäche respektive der starke Franken.
Vom Umsatz blieben 16,1 Prozent als Betriebsgewinn übrig, nach 17,2 Prozent im Vorjahr. Auf die Marge drückten unter anderem Investitionen für Wachstum, US-Zölle, Wechselkurseffekte und höhere Rohstoffkosten für Kaffee und Kakao. Der Reingewinn ging leicht auf 9,03 Milliarden Franken zurück.
Trotz hohem Schuldenberg hält der Konzern an seiner Dividendenpolitik fest: Die Auszahlung steigt zum 30. Mal in Folge, und zwar auf 3,10 Franken je Aktie nach 3,05 Franken im Jahr davor.
Für künftig wieder stärkeres Wachstum schärft der seit gut fünf Monaten amtierende CEO Navratil die Konzernstrategie. Demnach richtet Nestlé seinen Fokus wie erwartet stärker auf die vier Sparten Kaffee, Heimtierprodukte und Nutrition, die zusammen rund 70 Prozent des Umsatzes ausmachen, sowie auf Kulinarikprodukte und Snacks aus.
Nutrition und Nestlé Health Science werden zu einem gemeinsamen Geschäft zusammengeführt, um die Marktstellung zu stärken und Synergien zu nutzen. Im Bereich Kulinarik und Snacks will der Konzern das Portfolio weiter straffen und Marken reduzieren. Dazu zählen auch fortgeschrittene Verhandlungen über den Verkauf des verbleibenden Speiseeisgeschäfts an Froneri.
Beim Ausblick bleibt das Management wegen des schwierigen Umfelds wie erwartet vorsichtig. Nestlé erwartet ein organisches Wachstum von etwa 3 bis 4 Prozent, wobei das interne Realwachstum gegenüber 2025 zunehmen soll; belastend wirken rund 20 Basispunkte aus Produktrückgaben und Bestandslücken nach dem grossen Rückruf von Babynahrung. Die zugrunde liegende operative Marge dürfte sich gegenüber 2025 verbessern und im zweiten Halbjahr anziehen, während der freie Cashflow voraussichtlich über neun Milliarden Franken liegt. (awp/sda)
