International
Serbien

Nach Massakern: Zehntausende bei Protest gegen Gewalt in Serbien

Nach Massakern: Zehntausende bei Protest gegen Gewalt in Serbien

12.05.2023, 22:5612.05.2023, 22:56

Nach zwei Massakern in der vergangenen Woche haben Zehntausende Menschen am Freitagabend in Belgrad gegen Gewalt demonstriert. Die Teilnehmer der Kundgebung versammelten sich in der serbischen Hauptstadt vor dem Parlament und zogen über die Stadtautobahn in die Vorstadt Neu-Belgrad, wie Medien berichteten. Sie forderten demnach unter anderen die Schliessung privater Fernsehstationen, die Gewalt und Mafia-Kriminalität beschönigten und Propaganda für die Regierung von Präsident Aleksandar Vucic machten.

epa10623654 Protesters block the E-75 highway during a rally against violence in Belgrade, Serbia, 12 May 2023. Opposition political parties have called on a peaceful and silent protest against violen ...
Die Demonstranten in Belgrad. Bild: keystone

Zu dem Protest aufgerufen hatten liberale und linke Oppositionsparteien sowie Bürgerbewegungen. Auslöser waren zwei Gewalttaten, die nicht unmittelbar in einem Zusammenhang stehen. Am Mittwoch vergangener Woche hatte ein erst 13-jähriger Schüler in einer Belgrader Schule acht Mitschüler und einen Wachmann erschossen. Einen Tag später hatte ein 21-Jähriger in einem Dorf bei Belgrad auf Menschen geschossen und acht von ihnen getötet.

Die Polizei hatte im Vorfeld der Demonstration erklärt, dass die Blockierung der Belgrader Stadtautobahn gegen die Gesetze verstossen würde. Sie griff aber nicht ein, als der Demonstrationszug den Verkehr zum Erliegen brachte. Die Kundgebung verlief friedlich. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Nach gescheiterter Hinrichtung: Christa Pike kann wieder gehen
Gut eine Woche nach ihrer gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee kann die zum Tode verurteilte Christa Pike nach Angaben eines ihrer Anwälte wieder aufstehen und gehen. Die 50-Jährige habe sich erstmals in ihrem Krankenhauszimmer bewegt, sagte Anwalt Stephen Ferrell der BBC. Sie könne kurze Strecken zurücklegen.
Zur Story