International
Silvio Berlusconi

Berlusconi-Zeitung verschenkt Hitlers «Mein Kampf»

Silvio Berlusconi, inzwischen 80 Jahre alt, im Mai 2016 während einer Rede in Rom: Seine Zeitung sorgt mit einer Werbekampagne für einen nationalen Skandal.
Silvio Berlusconi, inzwischen 80 Jahre alt, im Mai 2016 während einer Rede in Rom: Seine Zeitung sorgt mit einer Werbekampagne für einen nationalen Skandal.Bild: ALESSANDRO BIANCHI/REUTERS

Berlusconi-Zeitung verschenkt Hitlers «Mein Kampf»

11.06.2016, 14:4311.06.2016, 17:53

Die rechtskonservative Tageszeitung «Il Giornale» im Besitz von Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi sorgt für Empörung. Leser, die am Samstag die Mailänder Tageszeitung erwarben, bekamen eine Ausgabe von Hitlers «Mein Kampf» als Geschenk.

Die Tageszeitung wollte somit für eine Serie von Publikationen zum «Dritten Reich» werben, die demnächst erscheinen.

Die Initiative des Blattes löste beim italienischen Premier Matteo Renzi helle Empörung aus. Auf Facebook erklärte sich der Ministerpräsident mit der jüdischen Gemeinschaft solidarisch, die vehement gegen die Berlusconi-Tageszeitung protestierte und deren Marketinginitiative als «obszön» bezeichnete.

Die Demokratische Partei (PD) Renzis beschuldigte Berlusconis Mitte-rechts-Lager, sogar auf Hitlers Hetzschrift zurückzugreifen, um die Stimmen der rechtsradikalen Wählerschaft im Bürgermeister-Wahlkampf zu gewinnen.

In Mailand unterstützt Berlusconis rechte Forza Italia den Bürgermeisterkandidaten Stefano Parisi bei der Stichwahl am 19. Juni. Er geht gegen Renzis Kandidaten Giuseppe Sala ins Rennen.

In «Mein Kampf» sind die Grundlagen für Hitlers spätere Eroberungspolitik angelegt. Der erste Band erschien im Juli 1925, der zweite folgte im Dezember 1926. (rar/sda/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Obama: Was hat es mit dem Gold im Weissen Haus auf sich?
Eineinhalb Wochen vor den Parlamentswahlen in den USA hat sich der demokratische Ex-Präsident Barack Obama in den Wahlkampf eingeschaltet und US-Präsident Donald Trump attackiert. Er warf ihm in einer Rede auf einer demokratischen Wahlkampfveranstaltung in Detroit vor, sich mehr für die Renovierung des Weissen Hauses zu interessieren als sich um die Sorgen der Amerikaner zu kümmern.
Zur Story