International
Syrien

USA offen für begrenzte Bodeneinsätze gegen IS

Ein amerikanischer «Militärberater» beim Fachsimpeln mit irakischen Soldaten.
Ein amerikanischer «Militärberater» beim Fachsimpeln mit irakischen Soldaten.
Bild: ALAA AL-SHEMAREE/EPA/KEYSTONE

Bereiten die USA den Kurswechsel vor? Soldaten sollen auch am Boden gegen den IS kämpfen und der Iran soll mitverhandeln

28.10.2015, 05:3228.10.2015, 06:34

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak haben die USA einen möglichen Kurswechsel angedeutet. Grundsätzlich zeigte sich Verteidigungsminister Ashton Carter nun auch zu begrenzten bewaffneten Einsätzen am Boden bereit.

Carters Worte in einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des Senats liessen am Dienstag aufhorchen: Die USA würden nicht davor zurückschrecken, Verbündete bei Attacken gegen den IS zu unterstützen oder solche Einsätze selbst auszuführen, sagte er - «ob durch Angriffe aus der Luft oder direkte Handlungen am Boden».

Die US-Streitkräfte fliegen an der Spitze einer Koalition Luftangriffe gegen die Dschihadisten, der Einsatz von Bodentruppen stand bislang aber explizit nicht zur Debatte.

US-Soldaten besteigen ein Flugzeug: Mehrere hundert Soldaten befinden sich bereits im Irak.
US-Soldaten besteigen ein Flugzeug: Mehrere hundert Soldaten befinden sich bereits im Irak.
Bild: EPA/DPA

Einladung für Iran vorgesehen

Auch ihre bisherige Haltung zum Iran und dessen Beteiligung an neuen Gesprächen zum Syrien-Konflikt scheint die US-Regierung zu überdenken. «Wir gehen davon aus, dass der Iran zum bevorstehenden Treffen in Wien eingeladen wird», sagte ein Sprecher des Aussendepartements am Dienstag. «Ob sie (die Iraner) erscheinen, hängt von der iranischen Führung ab.»

Da der Iran neben Russland einer der engsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ist, den die USA wiederum zum Rücktritt zwingen wollen, hatte Washington eine Teilnahme der Islamischen Republik an den Krisengesprächen bislang ausgeschlossen.

US-Präsident Barack Obama und der saudische König Salman betonten nach Angaben des Weissen Hauses in einem Telefongespräch, dass man im Kampf gegen den IS weiter eng zusammenarbeiten und die Voraussetzungen für eine politische Lösung in Syrien schaffen müsse. Sie stimmten überein, gemässigte syrische Rebellen stärker zu unterstützen. (trs/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Pasta-Produktion eingestellt: Süditalien droht Knappheit wegen Protesten
In Italien sind wegen Protesten wichtige Verkehrswege blockiert. Im Süden gibt es bereits Knappheit bei Lebensmitteln und Kraftstoff.
In Süditalien kommt es zu Engpässen bei der Versorgung mit Nudeln. Hintergrund sind Proteste von Lkw-Fahrern. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, sei die Produktion der Fabrik von La Molisana in Campobasso nordöstlich von Neapel am Dienstag drastisch heruntergefahren worden. Neue Rohstoffe kämen nicht an, derzeit greife man auf die Lagerbestände zurück.
Zur Story