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Rund 40 Todesopfer bei Bombenanschlag auf Busse in Syrien



Bei einem Autobombenanschlag auf Busse mit evakuierten Menschen aus zwei belagerten Orten sind im Norden Syriens mindestens 40 Menschen getötet worden. Dutzende seien verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) am Samstag.

Der Attentäter zündete laut SOHR in der von Rebellen kontrollierten Ortschaft Raschidin seinen Sprengsatz, mit dem er regierungstreue Zivilisten und Kämpfer treffen wollte. Rund 5000 Menschen aus den regierungstreuen Städten Fua und Kafraja warteten dort seit Freitag auf ihre Weiterfahrt.

«Der Selbstmordattentäter sass am Steuer eines Transporters mit Lebensmittelhilfen», teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle mit. Er habe den Sprengsatz in der Nähe der rund 75 Busse gezündet, die in Raschidin festsassen.

Unklar war zunächst, wer für die Explosion verantwortlich ist. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana sprach von einem Anschlag von «Terroristen». Oppositionelle Aktivsten beschuldigten hingegen Anhänger der Regierung, hinter der Bombe zu stecken.

Bilder im Internet zeigten ausgebrannte Busse und Autos. Zahlreiche Leichen lagen auf der Strasse. Helfer versuchten, das Feuer zu löschen.

Stockende Evakuierungen

Die Evakuierung aus vier Städten war am Freitag nach mehrfachen Verzögerungen angelaufen, dann jedoch ins Stocken geraten. Nach Informationen von SOHR beschwerten sich die Aufständischen, dass bei der Evakuierung von Fua und Kafraja die im März unter Schirmherrschaft des Irans und Katars getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien.

Aus Fua und Kafraja wurden 5000 Menschen evakuiert, die ursprüngliche Vereinbarung sah eine Zahl von 8000 zu Evakuierenden vor. Anstelle der vereinbarten Evakuierung von 2000 regierungstreuen Kämpfern verliessen zunächst nur 1300 die beiden Städte.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.

Auch Kinder unter Opfern

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah in Raschidin zahlreiche Todesopfer sowie eine grosse Zahl von Verletzten. Einige Leichen waren verbrannt, auch Kinder wurden getötet.

Das staatliche Fernsehen machte «Terroristengruppen» für den Anschlag verantwortlich. Mit diesem Ausdruck belegen die staatlichen syrischen Medien unterschiedslos die verschiedensten bewaffneten oppositionellen Gruppen in Syrien.

Ein Rebellensprecher bestätigte, dass es Meinungsverschiedenheiten über die Evakuierung von Bewaffneten gegeben habe, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Er verwies auf «fortlaufende Verhandlungen».

2200 Menschen, die aus den von Aufständischen kontrollierten Städten Madaja und Sabadani herausgeholt worden waren, steckten ihrerseits an einer Transitstelle in regierungstreuem Gebiet fest, wie Amdschad al-Maleh, einer der Betroffenen, der Nachrichtenagentur AFP telefonisch berichtete.

Die Menschen verbrachten demnach die Nacht zum Samstag in den Bussen, die in Ramusa feststeckten. Sowohl in Raschidin als auch in Ramusa verteilte die Hilfsorganisation Roter Halbmond an die Wartenden Lebensmittel und Wasser.

Die im März geschlossene Vereinbarung sieht die Evakuierung von insgesamt 30'000 Menschen in mehreren Etappen vor. (sda/afp/dpa)

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