International
Syrien

Der Mai war der tödlichste Monat seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien

Quartier in Aleppo nach dem mutmasslichen Einschlag einer Fassbombe.Bild: STRINGER/REUTERS

Der Mai war der tödlichste Monat seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien

In einem Brief an den UNO-Sicherheitsrat haben 70 Staaten den Einsatz von Fassbomben im syrischen Bürgerkrieg kritisiert. Belgien, Luxemburg und die Niederlande initiierten das Schreiben. China und Russland als Vetomächte unterzeichneten nicht.
19.06.2015, 03:4219.06.2015, 09:53

«Der Mai 2015 war der tödlichste Monat seit Beginn der syrischen Krise», kritisierte das am Donnerstag bekannt gewordene Schreiben an den Vorsitz des Sicherheitsrats. In der Region rund um die nordsyrische Stadt Aleppo werfe die syrische Luftwaffe aus Helikoptern immer wieder Fassbomben auf dicht besiedelte Gebiete ab.

Bei den Angriffen seien in den vergangenen Wochen hunderte Menschen getötet worden. «Der blinde Einsatz von Waffen wie Fassbomben ist nach internationalem Recht verboten», hiess es weiter. Auch mehrere UNO-Resolutionen richteten sich dagegen. Der UNO-Sicherheitsrat müsse dafür sorgen, dass diese auch umgesetzt würden.

Rebellen in einem Granatenlager bei Aleppo.
Rebellen in einem Granatenlager bei Aleppo.Bild: HOSAM KATAN/REUTERS

Die Unterzeichnerstaaten sprachen sich für eine friedliche Beilegung des Bürgerkriegs in Syrien aus. Es müsse einen «wirklichen politischen Wandel» geben, forderten sie. Zu den Unterzeichnern gehören die meisten europäischen Länder ebenso wie die USA, Kanada und Saudi-Arabien. 

Russland und China stehen abseits

Die UNO-Vetomächte Russland und China schlossen sich der Initiative allerdings nicht an. Die beiden Staaten blockieren im UNO-Sicherheitsrat regelmässig Sanktionen gegen die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad.

Frankreich berät nach Angaben von Diplomaten derzeit mit den anderen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats über eine Resolution speziell gegen den Einsatz von Fassbomben. 

Fassbomben sind mit Sprengstoff und Metallstücken gefüllte Ölfässer, die daher in einem grossen Radius wahllos Menschen verletzten oder töten. Ihr Abwurf über bewohntem Gebiet in Syrien wurde wiederholt von Menschenrechtsgruppen verurteilt. Assad bestreitet, dass seine Truppen Fassbomben einsetzen.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert inzwischen mehr als vier Jahre. Mehr als 220'000 Menschen wurden in dem Konflikt schon getötet. (kad/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Papst fordert Kriegsende in Ukraine –und spricht über sexuellen Missbrauch
Papst Leo XIV. hat neue internationale Anstrengungen für Gespräche über ein Ende des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine gefordert. «Wir müssen die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Ukraine und anderer Länder auffordern, sich zu treffen, sich an einen Tisch zu setzen, miteinander zu sprechen», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Heimflug von seiner Frankreich-Reise.
Zur Story