International
Syrien

Türkei will «in Kürze» in Syrien einmarschiere

Türkische Truppen in Syrien einmarschiert – Kurden machen mobil

09.10.2019, 09:3909.10.2019, 13:53
FILE - This Friday, Oct. 4, 2019 file photo, Turkish and American armored vehicles patrol as they conduct joint ground patrol in the so-called "safe zone" on the Syrian side of the border wi ...
Bereit: Türkische Truppen.Bild: AP

Die Türkei ist derzeit daran, in Nordsyrien einzumarschieren. Erste türkische Truppen haben die Grenze bereits passiert, wie diverse Quellen berichten. Der Zug war zuvor von offizieller türkischer Seite angekündigt worden.

Das türkische Militär arbeitet zusammen mit der Freien Syrischen Armee. Bei dieser handelt es sich um von der Türkei unterstützte syrische Rebellen.

Kurdische Quellen in Nordsyrien sagten am Mittwochmorgen, es sei bisher ruhig. Sie wüssten aber von weiteren türkischen Verstärkungen an der Grenze. In einer Stellungnahme der von den Kurden dominierten Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF) hiess es: «Alle Indizien - Informationen aus dem Feld und militärischer Aufbau auf der türkischen Seite der Grenze - deuten darauf hin, dass unsere Grenzregion von der Türkei und der mit ihnen verbundenen syrischen Opposition angegriffen wird.»

Die SDF rief die «internationale Gemeinschaft und alle Ländern der internationalen Koalition gegen den IS» dazu auf, «ihrer Verantwortung nachzukommen und eine humanitäre Katastrophe zu verhindern».

A map showing Turkey's suggested possible operation in Syria, used by a TV journalist is seen at the border between Turkey and Syria, in Akcakale, Sanliurfa province, southeastern Turkey, Tuesday ...
Bild: AP

Kurden rufen zur Generalmobilmachung auf

Die kurdische Autonomieverwaltung im Nordosten Syriens hat indes die Zivilbevölkerung zur Generalmobilmachung gegen die befürchtete Offensive der Türkei aufgerufen. Sie rief zugleich die Kurden in Syrien und im Ausland auf, gegen die Pläne der Türkei auf die Strasse zu gehen.

«Wir erklären drei Tage der Generalmobilmachung im Norden und Osten Syriens», erklärte die kurdische Autonomieverwaltung am Mittwoch und rief alle Zivilisten auf, sich «an die Grenze zur Türkei zu begeben, (...) um in diesem heiklen historischen Moment Widerstand zu leisten».

Erdogan hatte am Samstag erneut eine baldige Offensive in Nordsyrien angekündigt. Dort kontrollieren im Grenzgebiet zur Türkei die kurdischen YPG-Milizen Gebiete. Die Türkei betrachtet sie als Terroristen. Für die USA waren sie im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein enger Verbündeter.

Das Weisse Haus signalisierte allerdings zum Wochenbeginn, man werde sich einer Offensive nicht in den Weg stellen, und zog US-Truppen aus der betroffenen Grenzregion ab. Später vollzog US-Präsident Donald Trump teilweise eine Kehrtwende und drohte der Türkei, dass jede «ungezwungene oder unnötige» Kampfhandlung für ihre Wirtschaft und Währung «verheerend» würde. (aeg/sda/dpa)

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