International
Terrorismus

«IS»-Miliz hat 2015 mehr Land verloren als eingenommen

Russischer Kampfjet über Syrien.
Russischer Kampfjet über Syrien.
Bild: AP/Russian Defense Ministry Press Service

Territorium schrumpft: «IS»-Miliz hat im letzten Jahr mehr Land verloren als eingenommen

Der sogenannte «Islamische Staat» kontrolliert grosse Gebiete im Irak und in Syrien – doch im vergangenen Jahr hat die Terrormiliz Militärexperten zufolge mehr Land verloren als eingenommen. Ihr Territorium ist demnach um etwa 14 Prozent geschrumpft.
22.12.2015, 05:0422.12.2015, 06:21

Die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») hat in diesem Jahr einer Untersuchung zufolge etwa 14 Prozent ihres Territoriums in Syrien und im Irak verloren. Insgesamt seien die vom «IS» kontrollierten Gebiete bis Mitte Dezember um 12'800 auf nun 78'000 Quadratkilometer geschrumpft. Das teilten Experten des militärwissenschaftlichen britischen Fachverlags IHS Jane's am Montag mit.

Die Dschihadisten hätten insgesamt mehr Land eingebüsst als erobert. Zu den Verlusten zählten demnach die strategisch wichtige Stadt Tal Abjad an der syrisch-türkischen Grenze, die irakische Stadt Tikrit und die irakische Raffinerie von Baidschi.

Islamischer Staat (IS)

Zudem hätten die Extremisten die Kontrolle über einen Teil einer Schnellstrasse zwischen Raka in Syrien und Mossul im Irak verloren, was logistische Schwierigkeiten mit sich bringe. Erobert habe der IS etwa Palmyra in Syrien sowie Ramadi und Anbar im Irak.

Wie das Institut weiter mitteilte, konnten die syrischen Kurden das von ihnen kontrollierte Territorium nahezu verdreifachen. Sie kontrollierten inzwischen 186 Prozent mehr Land als noch Anfang Januar. Die Verluste des «IS» machten sich demnach für die Dschihadisten auch finanziell bemerkbar. Einige Einbussen hätten etwa die Kapazitäten zur Produktion und zum Verkauf von Öl eingeschränkt.

Der «IS» hatte im Sommer vergangenen Jahres grosse Teile Syriens und des Nordiraks erobert. In den von ihnen kontrollierten Gebieten proklamieren die Dschihadisten islamisches Schariarecht und verüben immer wieder Gräueltaten. Einheimische Truppen und eine internationale Allianz unter Führung der USA bekämpfen den «IS» in beiden Ländern aus der Luft. In Syrien fliegt seit Ende September auch Russland Luftangriffe. (dwi/sda/afp)

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