International
Türkei

Journalist Yücel wird nicht an Deutschland ausgeliefert

radar-reuters Rund 130 Teilnehmer hatte am Samstag laut Polizei ein Autokorso im hessischen Flörsheim, mit dem für die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen "Welt"-Reporters Deniz Yüc ...
Der deutsch-türksiche «Welt»-Korrespondent Deniz Yücel sitzt in der Türkei in Untersuchungshaft.bild: radar reuters

Erdogan schliesst Auslieferung von Journalist Deniz Yücel an Deutschland aus

14.04.2017, 01:2014.04.2017, 03:07

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine Auslieferung des inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel an Deutschland ausgeschlossen. Die Deutschen verweigerten auch die Auslieferung türkischer Staatsbürger, sagte Erdogan.

Daher würden Deutsche wie Yücel nicht überstellt, betonte er am Donnerstagabend gegenüber dem Sender TGRT in Istanbul. «Wenn uns einer von denen in die Hände fällt, werden sie dieselbe Behandlung erfahren.» Zu einer möglichen Auslieferung von Inhaftierten wie Yücel sagte er: «Auf keinen Fall, solange ich in diesem Amt bin niemals.»

Erdogan bezog sich auf Vorwürfe, wonach Deutschland keine türkischen Terrorverdächtigen ausliefert. Die deutsche Regierung fordert die Freilassung des «Welt»-Korrespondenten Yücel, der in der Türkei unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft sitzt.

Zu Vorwürfen, Yücel habe Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gehabt, sagte Erdogan: «Natürlich, auf jeden Fall. Uns liegt Bildmaterial vor. Das war ein richtiger Agent und Terrorist.»

Yücel war Ende Februar in der Türkei in Untersuchungshaft genommen worden. Als Begründung hatte der Haftrichter Terrorpropaganda und Volksverhetzung angeführt.

Im Gerichtsprotokoll war von Spionage aber keine Rede. Diese Beschuldigung erhob später Erdogan. Beweise für ihre Vorwürfe legten bisher weder die Justiz noch der Präsident vor. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Le Pen will Frankreich befrieden – doch schon zum Auftakt gibt es Ärger
Mitten im französischen Krawallherbst hält Marine Le Pen einen Parteitag vor den Präsidentschaftswahlen ab – trotz formidabler Umfragewerte drohen ihrem Lager zähe Zeiten.
Marine Le Pen hatte sich den Auftakt zu ihrer Wahlkampagne wohl etwas anders vorgestellt – ruhiger, staatstragender, strahlender. Der zweitägige Parteitag des Rassemblement National (RN) ernannte sie zwar konkurrenzlos zur Kandidatin der französischen Rechtspopulisten. Doch im Saal störten Linksaktivisten den Ablauf. Das Kongressgebäude in Orléans war umstellt von Elitepolizisten, die Ultras und Antifas auf Distanz zu halten versuchten. Die Stadt an der Loire wirkte so leer wie im Ausnahmezustand, nachdem am Vortag schon rund 20'000 Gegner gegen den RN-Kongress protestiert hatten.
Zur Story