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McConnell gratuliert Biden – und erntet den Zorn von Trump und seinen Freunden



«Das Wahlleute-Gremium hat gesprochen.» Diese Aussage des Senat-Mehrheitsführers Mitch McConnel – einer der höchsten Republikaner – ist bei anderen Parteimitgliedern gar nicht gut angekommen.

Mitch McConnell galt als einer der engsten Vertrauten des noch amtierenden Präsidenten Donald Trumps – nun wird seine Loyalität angezweifelt. Lange hat sich der ranghohe Republikaner dagegen gewehrt, das Wahlergebnis offiziell anzuerkennen. Gestern war es allerdings soweit:

«Millionen von uns hatten gehofft, dass die Präsidentschaftswahlen zu einem anderen Ergebnis führen würden. Unser Regierungssystem hat jedoch Prozesse, die bestimmen, wer am 20. Januar vereidigt wird. Das Wahlleute-Gremium hat gesprochen. Darum möchte ich heute dem gewählten Präsidenten Joe Biden gratulieren.»

Mitch McConnell

Über diese Aussagen waren Mitglieder der republikanischen Partei alles andere als erfreut, hat McConnell damit ja indirekt ausgedrückt, dass er nicht an einen Wahlbetrug glaubt.

Die neu ins Amt tretende Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene findet klare Worte:

«Jede/r ‹Republikaner/in›, der/die nicht für Donald Trumps Erdrutsch-Sieg kämpft, unterstützt die Übernahme Amerikas durch die chinesische kommunistische Partei.»

Marjorie Taylor Greene

Noch deutlicher wird Lin Wood, Wahlkampf-Anwalt Trumps:

«Mitch McConnell ist KEIN Patriot. Fragt seine Frau. Sie weiss es. McConnel möchte nur Macht, Einfluss und Geld. Er ist bereit dazu, Amerika zu verkaufen, um zu bekommen, was er will. McConnell ist für amerikanische Patrioten ein Verräter. Sein Tag des Gerichts wird kommen.»

Lin Wood

Auch der ehemalige Sicherheitsberater und kürzlich begnadigte Michael Flynn kritisiert McConnell für das Akzeptieren des Wahlergebnisses:

«Millionen & Millionen & Millionen von Patriot/innen stehen hinter, neben und vor dir während dieses entscheidenden Moments der US-Geschichte, bei der unsere Republik auf dem Spiel steht. Wir werden nicht versagen oder den Kopf einziehen, wie dies andere der republikanischen Partei getan haben.»

Michael Flynn

Selbstverständlich liess auch ein Kommentar Trumps nicht lange auf sich warten:

«Mitch, 75'000'000 STIMMEN, ein Rekord für einen amtierenden Präsidenten (bei weitem). Zu früh, um aufzugeben. Die Republikanische Partei muss endlich lernen zu kämpfen. Die Menschen sind wütend!»

Donald Trump

Mitch McConnells Anerkennung von Bidens Sieg wird das Leben von republikanischen Mitgliedern um einiges schwerer machen. Haben sich diese bisher einfach an das Schweigen des führenden Republikaners anschliessen können, werden sie wohl bald selber Stellung beziehen müssen.

Laut der Washington Post, welche die Stellungnahmen republikanischer Abgeordneter mitverfolgt, haben sich bisher 208 davon nicht zum Wahlergebnis geäussert. 37 anerkennen Bidens Sieg und gerade mal zwei glauben an einen Sieg Trumps. Mit McConnells Eingeständnis dürfte nun bald etwas Bewegung in diese Statistiken kommen. (saw)

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