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Schwere Vorwürfe: Weltstrafgericht suspendiert Chefankläger Karim Khan

Schwere Vorwürfe: Weltstrafgericht suspendiert Chefankläger Karim Khan

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes, Karim Khan, ist wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe mit sofortiger Wirkung von seinem Dienst suspendiert worden.
09.06.2026, 02:5509.06.2026, 10:57

Eine endgültige Entscheidung über eine mögliche Amtsenthebung sollen die Vertragsstaaten auf einer Sondersitzung treffen. Das teilte das Präsidium der Vertragsstaaten des Gerichts in Den Haag mit. Die Sondersitzung soll so schnell wie möglich stattfinden.

FILE - Karim Khan, Prosecutor of the International Criminal Court, looks up prior to a press conference in The Hague, Netherlands, July 3, 2023. (AP Photo/Peter Dejong, File)
Karim Khan
Karim Khan wurde suspendiert.Bild: keystone

2024 hatte eine enge Mitarbeiterin dem britischen Juristen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Er soll sie mehrfach und über einen längeren Zeitraum hinweg bedrängt und zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Eine Kommission der Vereinten Nationen hatte die Vorwürfe untersucht. Diese hatte im Dezember 2025 ihren Bericht vorgelegt. Der Bericht wurde bisher nicht veröffentlicht.

Drei Richter des Weltstrafgerichts hatten auf der Grundlage der Untersuchung ein Rechtsgutachten vorgelegt. Auch dieses wurde nicht veröffentlicht. Khan (56) lässt sein Amt seit gut einem Jahr vorläufig ruhen und wollte zurückkommen, wenn die Vorwürfe geklärt sind. Er bestreitet alle Vorhaltungen.

USA setzen Gericht unter Druck

Khan war seit 2021 Chefankläger und hatte unter anderem einen Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin beantragt. Vor allem wegen des Haftbefehls gegen Netanjahu verstärkten die USA ihren Druck auf das Gericht und verhängten Sanktionen gegen Mitarbeiter und Richter.

125 Staaten haben den Grundlagenvertrag des Strafgerichtshofes unterzeichnet, darunter alle EU-Staaten. Die USA, Russland und Israel gehören dem Gericht nicht an. (sda/dpa)

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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mrmikech
09.06.2026 07:58registriert Juni 2016
Was man in diesem spezifischen Fall nicht vergessen sollte: Gegen Khan wurden, nachdem er einen Haftbefehl gegen Netanyahu beantragt hatte, weitreichende Massnahmen ergriffen. Kreditkarten, Abonnemente auf US-Dienste, Webseiten und andere Zugänge wurden blockiert. Ein normales Leben wird effektiv unmöglich gemacht.

Die USA haben damit gezeigt, wie weit ihre Macht reichen kann. Solange nicht geklärt ist, was an den Vorwürfen tatsächlich stimmt, muss man zumindest in Betracht ziehen, dass dies Teil eines Versuchs sein könnte, ihn persönlich zu diskreditieren oder zu zerstören.
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Grüner Kobold
09.06.2026 10:03registriert Oktober 2018
Mit diesen Informationen kann man das nicht beurteilen ob das nun einen Schmierenkampagne ist oder es tatsächlich Missbrauchsfälle gab. Da aber kein Wort von Zivilprozessen die Rede ist, muss man eher auf Schmierenkampagne tendieren.

Der Artikel wirft mehr Fragen auf als er beantwortet.
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stronghelga
09.06.2026 06:27registriert März 2021
Forschung zeigt, dass Macht die Selbstkontrolle verringern oder die Wahrnehmung sozialer Grenzen verzerren kann. Daraus folgt aber nicht, dass Machthaber keine Verantwortung für ihr Handeln tragen.
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