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17-jähriger Deutscher soll US-Jugendliche in den Tod getrieben haben

17-jähriger Deutscher soll US-Jugendliche in den Tod getrieben haben

Über eine Social-Media-Plattform soll ein 18-jähriger aus Hamburg eine Jugendliche in den USA in den Tod getrieben haben.
23.10.2026, 19:2923.10.2026, 19:29

Der Deutsche wurde verhaftet, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Hamburg gemeinsam mitteilten.

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Der junge Deutsche soll die Teenagerin auf der Plattform Discord zu Selbstverletzungen aufgefordert haben. (Symbolbild)Bild: www.imago-images.de

Er stehe im dringenden Tatverdacht, einen Mord und eine gefährliche Körperverletzung in mittelbarer Täterschaft begangen zu haben. Der Beschuldigte, der zur Tatzeit im September und Oktober noch 17 Jahre alt war, soll die psychisch labile 14-Jährige im US-Staat Indiana dazu gebracht haben, sich selbst massive Schnittverletzungen zuzufügen.

Mit dem Blut aus den Wunden habe sie sein Internetpseudonym «Kaz» und den Namen der Gruppierung «NMK» an Wände geschrieben. Einige Tage später habe sich die 14-Jährige in ihrem Zimmer erhängt, hiess es in der Mitteilung weiter.

Videoaufzeichnungen von Taten

Wie von dem Beschuldigten über die Kommunikationsplattform «Discord» gefordert, habe die Jugendliche sich dabei gefilmt, wie sie sich verletzte und mit dem Blut die Zeichen schrieb. Ob sie auch ihre Strangulation am vergangenen 2. Oktober per Video aufgezeichnet hat, wird von den Ermittlern geprüft.

Der heute 18-Jährige soll nach dem Tod des Mädchens versucht haben, an Aufnahmen der mutmasslich von ihm gesteuerten Selbsttötung zu gelangen. Er soll dem Umfeld der 14-Jährigen gedroht haben, kompromittierende Aufnahmen von ihr zu veröffentlichen, wenn er die Videoaufzeichnung nicht bekomme.

Orientierung an «Com-Netzwerk»

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 18-Jährige mit dem Videomaterial Zugang zur Gruppe NMK erlangen oder sich als Mitglied profilieren wollte. NMK steht den Angaben zufolge für «Nefarious Maniac Kult» (etwa: Verruchte Wahnsinnssekte). Die Gruppierung orientiere sich am «Com-Netzwerk», zu dem auch die aus dem «White Tiger»-Verfahren bekannte Gruppierung «764» gehöre.

Die Ermittlungen gegen den 18-Jährigen kamen den Angaben zufolge durch eine vom FBI weitergeleitete Mitteilung des Nationalen Zentrums für vermisste und ausgebeutete Kinder in Gang.

Prozess gegen «White Tiger»

Im Fall «White Tiger» wird bereits seit Januar gegen einen 22 Jahre alten Deutsch-Iraner vor dem Landgericht Hamburg verhandelt. Er soll zwischen 2021 und 2023 insgesamt 204 Straftaten begangen haben. Unter anderem soll er über das Internet einen 13-jährigen US-Amerikaner in den Suizid getrieben haben. Der Prozess läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Anfang September hatte das Landgericht einen jungen Mann verurteilt, der Kinder und Jugendliche im Internet zu sexuellen Handlungen und Selbstverletzungen vor der Webcam genötigt haben soll. Der Angeklagte bekam eine Jugendstrafe von viereinhalb Jahren. Eine Kooperation mit «White Tiger» habe die Jugendkammer nicht festgestellt, sagte ein Gerichtssprecher. (sda/dpa)

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