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Russland trifft Amerikanische Konzerne in der Ukraine und Trump schweigt

Das zerstörte Einkaufszentrum "Fabrika" in Cherson (Archivbild): Auch ein McDonald's-Restaurant wurde bei russischem Beschuss beschädigt.
Das zerstörte Einkaufszentrum «Fabrika» in Cherson: Auch ein McDonald's-Restaurant wurde bei russischem Beschuss beschädigt.Bild: imago

Putin trifft Coca-Cola und McDonald's – Trump schweigt

Russland hat in der Ukraine wiederholt Einrichtungen grosser US-Konzerne angegriffen. Eine bedeutende Reaktion aus der US-Regierung gibt es darauf nicht.
14.10.2026, 22:0314.10.2026, 22:03
Anna von Stefenelli / t-online
Ein Artikel von
t-online

Russische Drohnen und Raketen haben in den vergangenen Monaten mehrfach Einrichtungen amerikanischer Unternehmen in der Ukraine getroffen. Darunter waren Fabriken und Lagerhäuser von Coca-Cola, PepsiCo und McDonald's. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat die Angriffe bislang nicht ausdrücklich verurteilt. Das berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf Unternehmensvertreter und frühere Regierungsmitarbeiter.

Andy Hunder, Präsident der Amerikanischen Handelskammer in der Ukraine, wirft Russland vor, gezielt amerikanische Wirtschaftsinteressen anzugreifen. Auch Einrichtungen des Lebensmittelherstellers Mondelez, zu dem die Marke Oreo gehört, seien betroffen. «Sie greifen direkt mit Drohnen und Raketen an, und sie tun es immer wieder», sagte Hunder CNN. Es sei ein Signal, dass Russland amerikanische Unternehmen ins Visier nehme. «Wir sehen keine Reaktion aus dem Weissen Haus.»

McDonald's muss Speisekarte einschränken

Anfang September traf eine russische Drohne eine Coca-Cola-Fabrik in der Nähe von Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach anschliessend von einem «klaren Signal» Moskaus an die USA. Russland könne unmöglich entgangen sein, dass es sich um ein amerikanisches Unternehmen handele.

Am 25. September wurde zudem ein Lagerhaus eines Logistikpartners von McDonald's in der Region Kiew beschädigt. Das Unternehmen bestätigte den Drohnenangriff. Wegen der zerstörten Warenbestände musste die Fast-Food-Kette ihr Angebot in ukrainischen Restaurants vorübergehend einschränken.

Ein Coca-Cola-Becher liegt in den Trümmern eines Wohnhauses in Odessa (Archivbild): Das Gebäude wurde im März 2024 bei einem russischen Drohnenangriff zerstört.
Ein Coca-Cola-Becher liegt in den Trümmern eines Wohnhauses in Odessa (Archivbild): Das Gebäude wurde im März 2024 bei einem russischen Drohnenangriff zerstört.Bild: imago

Auch PepsiCo bestätigte Ende August Schäden an einer Produktionsanlage in der Region Mykolawik. Verletzt wurde dabei nach Unternehmensangaben niemand.

Ob Russland die Einrichtungen gerade wegen ihrer Verbindung zu US-Unternehmen angreift, ist nicht nachgewiesen. Hunder sieht darin jedoch eine bewusste Strategie. In den vergangenen Monaten hätten die Attacken ein bislang nicht gekanntes Ausmass erreicht.

Trump erhöht Druck auf die Ukraine

Washington reagierte zuletzt unterschiedlich auf die Angriffe beider Kriegsparteien. Trump hat die Ukraine etwa mehrfach aufgefordert, ihre Attacken auf russische Ölraffinerien einzustellen. Am Freitag kündigte der US-Präsident zudem eine Vereinbarung über Diesellieferungen aus Russland an und lockerte dafür Sanktionen.

Zu den russischen Angriffen auf amerikanische Unternehmen äusserte sich die Regierung dagegen deutlich zurückhaltender. Auf Anfrage von CNN erklärte ein Vertreter des Weissen Hauses lediglich, Trump wolle den Krieg beenden und setze weiterhin auf eine diplomatische Lösung.

Hunder berichtete ausserdem, die Handelskammer habe bereits im September um ein Treffen mit Trumps Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner gebeten. Dabei habe sie auch über die Schäden bei amerikanischen Unternehmen informieren wollen. Eine Antwort habe sie nicht erhalten.

Mehrere demokratische US-Abgeordnete forderten die Regierung auf, amerikanische Wirtschaftsinteressen in der Ukraine entschlossener zu schützen und Moskaus Angriffe öffentlich zu verurteilen.

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