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Corona: Donald Trump wirbt für die Impfung

President Donald Trump removes his face mask to speak from the Blue Room Balcony of the White House to a crowd of supporters, Saturday, Oct. 10, 2020, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Tru ...
Als Präsident zeigte sich Donald Trump nur selten mit Maske. Jetzt plädiert er für die Impfung.Bild: keystone

«Wer sich impfen lässt, ist geschützt»: Ausgerechnet Trump wirbt für die Covid-Vakzine

24.12.2021, 13:0424.12.2021, 15:01

Man ist sich von Donald Trump einiges gewohnt. Immer wenn man dachte, es könne nicht schlimmer werden, legte der ehemalige US-Präsident noch einen drauf. Nun hat Trump erneut viele verblüfft – im positiven Sinn. CNN-Kommentator Chris Cillizza bezeichnete seine jüngsten Wortmeldungen als «das Beste, was er seit Jahren getan hat».

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Worum geht es? Um die Impfstoffe gegen das Coronavirus.

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In zwei Interviews machte Trump Werbung für die Vakzine. Einst hatte er angeregt, man könne sich Desinfektionsmittel gegen das Virus spritzen lassen. Jetzt hielt sich der notorische Lügner streng an wissenschaftliche Fakten, so auch am Mittwoch im Gespräch mit der Kommentatorin Candace Owens von der rechten Website Daily Wire.

Nach allerlei Verschwörungs-Müll zum Kapitol-Sturm am 6. Januar kamen Trump und Owens auf die Corona-Pandemie und die Impfstoffe zu sprechen. Donald Trump nahm das Verdienst für ihre Entwicklung und das bemerkenswerte Tempo («in weniger als neun Monaten, statt wie üblich in fünf bis zwölf Jahren») für sich in Anspruch und meinte:

«Der Impfstoff ist eine der grössten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte.»

Auf den Einwand von Candace Owens, in diesem Jahr seien mehr Menschen als zuvor an Covid-19 gestorben, verbunden mit einem Seitenhieb gegen den heutigen Präsidenten Joe Biden, widersprach Trump resolut. Die Impfstoffe seien wirksam, betonte er:

«Wer sehr krank wird und ins Spital muss, ist nicht geimpft […] wer sich impfen lässt, ist geschützt.»

An der Bedeutung der Vakzine äusserte Trump keinerlei Zweifel, im Gegenteil:

«Schauen Sie, die Ergebnisse der Impfung sind sehr gut. Wer erkrankt, tut dies in sehr milder Form. Die Menschen sterben nicht, wenn sie sich impfen lassen.»

Die Deutlichkeit von Trumps Statement ist vor allem bemerkenswert, weil die Impfquote unter den Anhängern der Republikaner deutlich tiefer ist als unter jenen der Demokraten. Das machte sich in diesem Jahr auch bei den Todesfällen bemerkbar. Und gerade Trumps grösste Fans sind häufig auch überzeugte Impfverweigerer.

Ob sich daran etwas ändern wird? Zweifel sind angebracht. Das zeigte sich am letzten Sonntag bei einem Auftritt des Ex-Präsidenten mit dem früheren Fox-News-Starmoderator Bill O’Reilly vor Publikum in Dallas (Texas). Als beide erklärten, sie hätten die Booster-Impfung erhalten, wurden sie von einem Teil der Zuschauer ausgebuht.

«Das war nur eine sehr kleine Gruppe», spielte Trump den Vorfall herunter. Zuvor hatte er ein weiteres Mal für die Impfstoffe plädiert, mit einem historischen Vergleich:

«[...] es wäre etwa so gekommen wie bei der Spanischen Grippe von 1917, als bis zu 100 Millionen Menschen starben. Sie hat das Land weit schlimmer heimgesucht als das, was jetzt geschieht.»

Natürlich wird in den USA darüber spekuliert, warum Donald Trump auf einmal so wortreich für die Covid-Impfung wirbt. Eine mögliche Antwort ist eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2024. Trump ist notorisch wankelmütig, doch er liebäugelt sehr deutlich damit. In den USA sind aber mehr als 60 Prozent der Bevölkerung mindestens zweimal geimpft.

Diese Quote ist im weltweiten Vergleich nicht berauschend, aber man soll die Macht der Geimpften nicht unterschätzen. Die Schweizer Impfgegner haben dies am 28. November auf die harte Tour erfahren.

(pbl)

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