Demokraten hoffen in Texas auf einen «Hispanic Hurricane»
Die Verschiebung 2024 war für die Republikaner historisch. Laut Exit-Polls stimmten damals rund 55 Prozent der hispanischen Wähler in Texas für Trump. Selbst jahrzehntelang demokratisch geprägte Bezirke im Rio Grande Valley wechselten zu den Republikanern.
Nun sprechen demokratische Strategen von einem möglichen «Hispanic Hurricane». CBS News berichtet, dass 51 Prozent der Latino-Wähler derzeit einen demokratischen Kandidaten für das Repräsentantenhaus unterstützen wollen. Nur 24 Prozent nennen einen Republikaner. Hispanics stellen mehr als 30 Prozent der Wahlberechtigten in Texas.
Sechs von zehn für Talarico
Auch für das viel beachtete Senatsrennen könnte die Wählergruppe entscheidend sein. In einer CBS-News-Umfrage erklärten rund sechs von zehn hispanischen Wählern, den Demokraten James Talarico gegenüber dem Republikaner Ken Paxton zu bevorzugen.
Texas
1 Sitz
Battleground
Führung
Name
%
Stimmen
James Talarico
59.0%
2'417'452
Ken Paxton
39.5%
1'619'829
Weitere
1.5%
62'413
Der Wandel zeigt sich auch in Trumps persönlichen Werten. Anfang Oktober waren laut CBS noch 24 Prozent der Latinos mit seiner Amtsführung zufrieden. Von den Hispanics, die 2024 für Trump gestimmt hatten, unterstützten noch 57 Prozent seine Arbeit – im Februar 2025 waren es 93 Prozent.
Als Gründe nennen Befragte und politische Strategen vor allem hohe Lebenshaltungskosten und die Migrationspolitik der Regierung. Demokratische Politiker verweisen insbesondere auf die verschärften Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE. Republikaner halten dagegen, dass die Demokraten weiterhin kein überzeugendes wirtschaftspolitisches Angebot für die Region hätten.
63 Prozent mehr Frühwähler
Auffällig ist zumindest die Beteiligung. In den stark hispanisch geprägten Bezirken Hidalgo und Cameron gaben in der ersten Frühwahlwoche fast 150'000 Menschen ihre Stimme ab. Das waren 63 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum 2022.
Aus dieser Zahl lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Partei davon profitiert. Auch republikanische Strategen warnen davor, eine hohe Latino-Beteiligung automatisch als demokratische Stimmen zu interpretieren.
Wie stark sich die politische Verschiebung tatsächlich auswirkt, zeigt sich deshalb erst nach der Auszählung. Sicher ist nur: Eine Wählergruppe, die Trump 2024 einen historischen Erfolg bescherte, steht zwei Jahre später erneut im Mittelpunkt des Kampfes um Texas. (mke)
